Wirtschaft : Apotheken weiten Prävention aus Pharmazeuten hoffen

auf Zusatzeinnahmen

Berlin - Diabetes-Checks und Cholesterinspiegel-Messungen gehören schon jetzt zum Standardangebot fast jeder Apotheke – aber das Potenzial an Präventionsangeboten ist nach Meinung der Pharmazeuten noch lange nicht ausgereizt. „Jeder dritte Deutsche ist ein Präventionsmuffel“, sagte Friedemann Schmidt, der Vizepräsident des Dachverbandes ABDA, am Montag in Berlin. Sie trieben keinen Sport, achteten nicht auf gesunde Ernährung und kümmerten sich nicht regelmäßig um Vorsorgeuntersuchungen, wie das Institut für angewandte Sozialwissenschaft (Infas) in einer repräsentativen Umfrage für den ABDA ermittelt hat.

Die Zurückhaltung könnte auch damit zusammenhängen, dass zwei Drittel der Befragten ihren Gesundheitszustand als gut bis ausgezeichnet einschätzten. Fast die Hälfte fühlt sich aber zu dick, mit nur unwesentlichen Unterschieden zwischen Männern und Frauen.

Als Grund dafür, nicht mehr für ihre Gesundheit zu tun, gab mehr als die Hälfte der Befragten an, zu wenig Zeit zu haben. Gut ein Drittel erklärte, kein Geld zu haben oder nicht zu wissen, wo man anfangen sollte. Etwas größer ist die Sensibilität beim vorbeugenden Gesundheitsschutz bei Frauen und älteren Menschen: Mehr als 80 Prozent der befragten Senioren beteuerten, sich regelmäßig zu bewegen. Unter allen 3300 Befragten gab nur jeder Vierte an, täglich oder fast täglich eine halbe Stunde Sport zu treiben.

Theoretisch ist die Bereitschaft, mehr für die Gesundheit zu tun, aber durchaus vorhanden. Mehr als ein Fünftel wäre laut Infas sogar bereit, dafür Geld auszugeben. Eine verlockende Geschäftsperspektive für die Apotheker, die sich davon zusätzliche Einnahmequellen versprechen. Sie würden die Präventionsangebote ausweiten, kündigte ABDA-Vize Schmidt an, und hofften dabei auch auf Geld von den Krankenkassen. pet

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