Wirtschaft : Apple besser als erwartet

SAN FRANCISCO (zep).Apple war wieder einmal für eine Überraschung gut.Die nach Milliardenverlusten bereits totgesagten Computerbauer aus dem kalifornischen Cupertino legten am Mittwoch ihr drittes positives Quartalsergebnis in Folge vor.Zudem überbot Apple die Erwartungen der Analysten ums Doppelte.Die Wall Street hatte mit 33 Cents Gewinn pro Aktie gerechnet, doch tatsächlich verdiente die Mac-Schmiede 65 Cents pro Aktie - insgesamt 101 Mill.Dollar (180 Mill.DM).Die Wall Street hat Apples Erfolgsgeschichte mit einem Höhenflug belohnt: Seit Jahresbeginn schnellte der Kurs vom absoluten Tiefpunkt bei rund 13 Dollar nach oben auf 34 Dollar.

Das Rettungsprogramm von Firmengründer Steve Jobs, der das Unternehmen seit einem Jahr wieder kommissarisch leitet, scheint aufzugehen.Apple baute seine Vertriebswege um und setzte ganz auf die im November vorgestellten leistungsfähigen und profitablen Rechner der Serie G3-PowerMac.In den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres haben die Computerbauer über 200 Mill.Dollar verdient, während sie im Vergleichszeitraum des vorhergehenden Geschäftsjahres fast 900 Mill.Dollar Minus angehäuft hatten.

Doch die Strategie von Steve Jobs, der inzwischen seinen selbstgewählten Titel "Interims-Chef" länger trägt als mancher auf Dauer bestellte Konzernlenker, hat ihren Preis.Apples Umsatz sank im vergangenen Quartal noch einmal um 20 Prozent auf 1,4 Mrd.Dollar.Für den Rest des Jahres haben sich die Apple-Manager nun die Wende beim Umsatz vorgenommen, der laut Finanzvorstand Fred Anderson bis September "leicht" und in den letzten drei Monaten des Jahres "bedeutend" steigen soll.Wichtigster Gehilfe dabei ist der "iMac", der neueste Rechner, der im August für 1299 Dollar in den Handel kommt.Mit diesem billigsten Apple aller Zeiten zielen die Kalifornier auf Schulen und auf Verbraucher, die an Textverarbeitung und Internet-Zugang interessiert sind.Auch Einsteigern soll der iMac die ersten Schritte in die Online-Welt erleichtern.Schon herrscht Zuversicht über den Erfolg des Spar-Mac: Auf der Fachmesse MacWorld in New York drehte sich in der vergangenen Woche fast alles um ihn.Jetzt, so Steve Jobs, arbeiteten Software-Firmen an 177 neuen Mac-Programmen.Nach dem Kooperations-Abkommen im vergangenen Jahr ist eine der fleißigsten darunter der frühere Erzfeind Microsoft.

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