Apple-Betriebssystem : iOS 7 könnte mobiles Internet an Grenzen bringen

Ab diesem Mittwoch liefert Apple sein neues mobiles Betriebssystem aus. Weil die Software für Smartphones immer komplexer wird, fordern Experten neue Strukturen fürs Netz.

Die mobilen Betriebssysteme der Smartphones und Tablets werden immer komplexer. Dementsprechend steigt der Datenverkehr.
Die mobilen Betriebssysteme der Smartphones und Tablets werden immer komplexer. Dementsprechend steigt der Datenverkehr.Foto: AFP

Die Veröffentlichung des neuen Apple-Betriebssystems iOS 7 für iPhone und iPad an diesem Mittwoch könnte die Infrastruktur des mobilen Internets weltweit an ihre Kapazitätsgrenzen bringen. Das prognostiziert der Verband der deutschen Internetwirtschaft Eco.
„Schon in den vergangenen Jahren wurde die Höchstlast im Internet nicht durch virale Videos, nicht durch Microsoft-Updates und auch nicht durch Katastrophennachrichten erreicht, sondern durch eine neue iOS-Generation von Apple“, sagte Verbands-Experte Georg Rainer Hofmann.

Bei der Veröffentlichung von iOS 6 sei die Netznutzung durch iPhone-Besitzer von einem auf den anderen Tag um rund ein Viertel gestiegen, teilte Eco mit. Aber schon iOS 5 habe durch seine über das Internet arbeitende Spracherkennung, den Internet-Speicherdienst iCloud und den Online-Kurznachrichtendienst iMessage für einen Anstieg des Datenverkehrs um die Hälfte im Vergleich zur Vorgängerversion gesorgt.

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Angesichts der immensen Verbreitung von iOS-Geräten könnte die iOS-7-Veröffentlichung die Netzkapazität im Internet für einige Tage auslasten. Die sogenannte Over-the-Air-Auslieferung (OTA) könnte vor allem die mobilen Netze übermäßig belasten, befürchtet der Experte.

Apple steuert nach eigenen Angaben auf die Marke von 700 Millionen Geräten zu, die mit iOS laufen. Dazu gehören iPhones, iPad-Tablets und die Multimediaspieler iPod.

„Das Internet braucht mittel- bis langfristig völlig neue Strukturen, um dem unbändig wachsenden Datenverkehr Herr zu werden“, sagte Ralf Steinmetz, Leiter des Forschungsprojekts „MAKI - Multi-Mechanismen-Adaption für das künftige Internet“ an der Technischen Universität Darmstadt.

Bereits beim Wechsel von iOS 5 auf die derzeit aktuelle Version 6 seien bis zu ein Drittel aller iPhones über das UMTS-Mobilfunknetz auf den neuesten Stand gebracht worden, hieß es bei Eco weiter. Die Gerätebesitzer nutzten also nicht ein W-Lan oder das heimische Festnetz-Internet zum Aktualisieren der Software. (dpa/AFP)

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