Wirtschaft : Apple: Chef Steve Jobs setzt jetzt auf "Killer-Applikationen"

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Bei Apple wird wieder mal alles anders: Der Hersteller der farbenfrohen Computer will künftig Top-Anbieter von Software werden. Der Grund für den Strategiewechsel: Der Absatz an Hardware geht zurück. Das Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino wird das erste Mal seit drei Jahren wieder ein Quartal mit Verlust abschließen. Wie üblich hat AppleGründer und Vorstandschef Steve Jobs die Ziele hoch gesetzt. So genannte Killer-Applikationen - Programme, die einen Standard setzen und für die Nutzer unersetzlich sind - sollen seine Entwickler schaffen.

Jobs hat eingesehen, dass er "Wintel" - die mächtige Allianz des Betriebssystems Windows von Microsoft und der Mikroprozessoren von Intel - nicht mehr allein an der Hardware-Front bekämpfen kann, sagen Leute aus seiner Umgebung. Zu wenig Software für das Apple-Betriebssystem war seit jeher das Manko der Marke. Neue innovative Programme für die "Macs" von Apple sollen den Wintel-Nutzern nun einen Grund geben, sich Apple-Produkten zuzuwenden. Es ist nicht das erste Mal, dass Apple versucht, sich selbst neu zu erfinden. 1997 stand der Konzern kurz vor der Pleite - Gründer Steve Jobs kam zurück und rettete mit pfiffig gestalteten Computern das Unternehmen. Jetzt ist die nächste Krise da. Nach einer überraschenden Gewinnwarnung im September bot Apple Rabatte für ganze Produktgruppen. Der Erfolg blieb aus. Im Dezember folgte die nächste Gewinnwarnung. Am 1. Januar senkte Apple erneut die Preise, diesmal um bis zu 30 Prozent. Doch Preissenkungen allein reichen nicht. Trotz der schönen Computer hat Apple in den vergangenen drei Jahren kaum Nutzer anderer Computermarken für sich gewinnen können, sagen Analysten.

Auf der Fachmesse Mac World, die am Dienstag in San Francisco beginnt, wird der Konzern einige neue Produkte vorstellen; aber Jobs redet neuerdings am liebsten von Software. Für die erste Hälfte dieses Jahres hat er zwei weitere neue - noch geheime - Anwendungen angekündigt. Analysten und Mac-Fans erwarten etwas für die Ohren: iMusic, um Musik per Computer aufnehmen und MP3-Dateien abspielen zu können.

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