Wirtschaft : Apple hofft auf goldene Zeiten

Das iPhone gibt es bald in zwei Varianten.

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100 Euro günstiger. Marketingchef Schiller präsentierte das neue iPhone 5C. Foto: AFP Foto: AFP
100 Euro günstiger. Marketingchef Schiller präsentierte das neue iPhone 5C. Foto: AFPFoto: AFP

Berlin - Die wichtigste Neuigkeit bei Produktvorstellungen hebt sich Apple immer bis zum Schluss auf. Eines der beiden neuen Handys, die der kalifornische IT-Konzern am Dienstag in Cupertino vorgestellt hat, wird auch in China vertrieben. Mit dem iPhone 5C, der preiswerten Variante, soll nun einer der größten von Apple noch nicht erschlossenen Märkte erobert werden. Bis zu 40 Millionen iPhones könnte Apple allein in China absetzen, rechnen Marktbeobachter vor. Die Morgan-Stanley-Analystin Katy Huberty schätzt, dass das iPhone 5C Apple auf den ersten Platz in China katapultieren könnte. Dass es sich bei dem neuen Billig-iPhone im Prinzip um das Vorjahresmodell iPhone 5 handelt, das sich nun statt in einem Metallgehäuse in einer Polycarbonat-Schale befindet, die in fünf trendigen Farben daherkommt, spielt bei solchen Aussichten eine nachrangige Rolle. Anders könnte die zweite Neuerung, die Konzernchef Tim Cook zusammen mit Marketing-Vorstand Phil Schiller präsentierte, von der Börse bewertet werden. Apple wird seinen Kunden und Fans tatsächlich nur ein überarbeitetes iPhone 5S in der Größe des aktuellen Modells anbieten und kein iPhone 6 mit größerem Display. Direkt nach dem Event fiel der Kurs der Apple-Aktie unter 500 Dollar.

Die wichtigste äußerliche Neuerung besteht darin, dass es das Handy in den drei Farben Silber, Space-Grau und Gold geben wird. Mit dem neuen A7-Prozessor soll das iPhone 5S doppelt so schnell sein, auch die Grafikleistung habe sich verdoppelt. Viel Energie haben die Entwickler in das Kamerasystem gesteckt, inklusive neuer Linsen, eines verbesserten Sensors, zweier Blitzlampen und einer Software, die schärfere und brillantere Bilder liefert. Hier hatten HTC und Nokia vorgelegt.

Eine echte Neuerung am iPhone 5S ist der Fingerabdruck-Sensor im Home-Button, kurz Touch-ID genannt. Statt mit einem Passwort kann das iPhone 5S mit dem individuellen Fingerabdruck entsperrt werden. Aus Sicherheitsgründen wird die Datei mit dem Abdruck verschlüsselt im Prozessor gespeichert. Die neue Sicherheitsfunktion könnte Apple dabei helfen, im nach wie vor vom Blackberry-Hersteller RIM geprägten Business-Markt stärker Fuß zu fassen. Von dem neuen Bewegungssensor des iPhone 5S können wiederum Fitness-Fans profitieren.

Die beiden neuen iPhones stehen in Deutschland vom 20. September an zur Verfügung, die Vorbestellung für das iPhone 5C beginnt eine Woche davor. Das preiswertere Smartphone wird in zwei Varianten angeboten. Die Variante mit 16 Gigabyte Speicher kostet 600 Euro und liegt damit deutlich über dem von einigen Analysten erwarteten Kampfpreis von 400 Euro. Das Spitzenmodell iPhone 5S gibt es wie beim Vorgänger mit 16, 32 und 64 Gigabyte Speicher, das teuerste Modell kostet 900 Euro. Das neue Apple-Betriebssystem iOS 7 kann vom 18. September an kostenlos aus dem Internet geladen werden, es steht allerdings nur für die aktuellen Modelle von iPhone, iPad und iPod touch zur Verfügung. Kurt Sagatz

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