Apple : Jobs in der Krise

Das Unternehmen steht weiter zu ihm, aber die Kreise der Skandale und Unregelmäßigkeiten ziehen sich immer enger um die Person von Steve Jobs, den charismatischen Lenker des Apple-Konzerns. Wie lange ist er noch zu halten?

Cupertino - Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Aktienoptionen sind zurzeit die Hauptlast auf den Schultern des Vorstands des Computerkonzerns. Dem von Apple vorgelegten unabhängigen Untersuchungsbericht zufolge hat Jobs zwar von der Rückdatierung der Optionen auf günstigere Zeitpunkte gewusst und sogar einige Termine selbst empfohlen. Zugleich wurde Jobs aber "das volle Vertrauen" ausgesprochen. Er habe nicht von den Unregelmäßigkeiten profitiert, es sei kein Fehlverhalten seitens des derzeitigen Managements festgestellt worden. Die Apple-Bilanzen würden durch die Probleme mit 84 Millionen Dollar belastet. Co-Firmengründer Jobs gilt als treibende Kraft hinter den jüngsten Erfolgen von Apple.

"Obwohl bei der Untersuchung festgestellt wurde, dass CEO Steve Jobs über einige der günstigen Gewährungstermine unterrichtet war oder sie empfahl, erhielt er keine finanziellen Vorteile durch die Optionen oder schätzte die bilanziellen Auswirkungen ein", hieß es.

Im Mittelpunkt von Medienberichten der vergangenen Tage standen vor allem Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Aktienoptionen an Jobs selbst im Jahr 2001.

Management wusste Bescheid

Dazu hieß es in dem Bericht der Untersuchungskommission, die Option auf 7,5 Millionen Aktien für Jobs sei anfänglich Ende August vom Verwaltungsrat gebilligt worden, zu einem Preis von 17,83 Dollar. Die endgültigen Konditionen seien jedoch erst am 18. Dezember beschlossen worden. Obwohl die Aktie zu diesem Zeitpunkt bereits bei 21,01 Dollar stand, wurde als Preis der Kurs von 18,30 Euro am 19. Oktober festgesetzt. "Die Zustimmung für die Gewährung der Optionen wurde inkorrekt einem Sondertreffen des Verwaltungsrats am 19. Oktober zugeschrieben. Ein solches Sondertreffen hat es nicht gegeben", hieß es lakonisch. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass Mitglieder des derzeitigen Managements von dieser Unregelmäßigkeit gewusst hätten. Apple hatte bereits mitgeteilt, dass zwei ausgeschiedene ranghohe Mitarbeiter verwickelt sein könnten.

Jobs hatte die problematischen Aktienoptionen nicht ausgeübt. Sein Festgehalt liegt seit Jahren bei nur einem Dollar. Zugleich legte Apple mit Verspätung den Bericht für das Ende September abgeschlossene Geschäftsjahr 2005/06 vor. (tso/AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben