Apple-Konkurrent : Smartphones bescheren Samsung Rekordgewinn

Vor wenigen Tagen verkündete Apple glänzende Zahlen. Auch Samsung profitiert von der großen Smartphone-Nachfrage - könnte jedoch auf anderen Feldern Probleme bekommen.

Schaufenster. Am Hauptsitz in Seoul wirbt Samsung für sein Modell Note. Foto: AFP
Schaufenster. Am Hauptsitz in Seoul wirbt Samsung für sein Modell Note.Foto: AFP

Der Apple-Erzrivale Samsung hat dank der großen Nachfrage nach Smartphones im Schlussquartal 2011 einen Rekordgewinn geschrieben. Der operative Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um mehr als drei Viertel, wie das Unternehmen am Freitag bekanntgab.

Der südkoreanische Konzern will in diesem Jahr umgerechnet 17 Milliarden Euro investieren. Das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt der Elfenbeinküste.

Galaxy-Smartphones als Wachstumstreiber

Beim Kampf gegen Apple um Smartphone-Kunden musste Samsung den Marktforschern von Strategy Analytics zufolge aber einen Rückschlag hinnehmen: Nachdem die Koreaner im dritten Quartal bei der Zahl der verkauften Geräte geführt hatten, lag Apple mit seinen iPhones zum Jahresende wieder auf dem ersten Platz.

Samsung erzielte in dem im Dezember endenden Quartal einen operativen Gewinn von umgerechnet 3,6 Milliarden Euro (4,72 Billionen Won) und erfüllte damit in etwa die Erwartungen von Analysten. Die Aktie schloss in Seoul ein Prozent höher. Das Telekommunikationsgeschäft steuerte zum Gewinn den Rekordwert von 1,8 Milliarden Euro bei, was auf eine steigende Nachfrage der Smartphones vom Typ Galaxy zurückzuführen ist.

Apple hat drei Jahre Vorsprung

Samsung startete sein Smartphone-Geschäft erst im Jahr 2010 richtig, während Apple das iPhone schon 2007 auf den Markt brachte. Die Koreaner setzen auf ein ähnliches Konzept bei der Bedienung, verkaufen ihre Geräte aber zu niedrigeren Preisen.

Beide Firmen liefern sich in Gerichtssälen in Ländern wie Deutschland, den USA, Japan oder Australien erbitterte Kämpfe um Patente. Zugleich ist Apple ein wichtiger Samsung-Kunde und kauft viele Speicherchips und Bildschirme bei dem Hersteller.

Der Fondsmanager Baik Jae Yer von Korea Investment Management geht davon aus, dass der Smartphone-Markt in diesem Jahr vor allem im Mittel- und Billigsegment wachsen wird. "Die Schlacht zwischen den beiden großen Smartphone-Mächten Apple und Samsung geht weiter."

Der harte Wettbewerb zwischen Apple und Samsung könnte auf Kosten der kleineren Konkurrenten HTC und Research In Motion (RIM) gehen. Der Blackberry-Hersteller RIM war eigentlich ein Vorreiter bei Smartphones, verpasste aber den Trend zu berührungsempfindlichen Bildschirmen und steckt in der Krise.

Apple erzielt deutlich höhere Margen

Bei der Ertragskraft ist Apple allerdings Samsung weit voraus: Während die Koreaner eine operative Marge von elf Prozent vorweisen können, sind es bei Apple 37,4 Prozent.

Bei Mobiltelefonen will Samsung in diesem Jahr eine Marge von 15 Prozent erzielen. Der Konzern könnte aber unter Druck geraten, wenn Apple neue Versionen des iPhones und des Tablet-PCs iPad auf den Markt bringt.

Mögliche Probleme im Chip-Geschäft

Samsung stellt allerdings nicht nur Mobiltelefone her, sondern auch Teile für das traditionelle PC-Geschäft, das wegen der großen Nachfrage nach Smartphones und Tablets unter Druck geraten ist. Deswegen versucht das Unternehmen, vom Boom bei mobilen Geräten zu profitieren, etwa mit Speicherchips und hochauflösenden Displays.

Bei Speicherchips konkurriert Samsung mit Toshiba und Hynix, bei Displays mit LG Display sowie bei Fernsehgeräten mit Sony und LG Electronics. (rtr)

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