Wirtschaft : Apple soll offener werden

Verbraucherschützer mahnen Musikportal ab

Heike Jahberg

Berlin - Deutsche Verbraucherschützer gehen gegen den amerikanischen Computer- und iPod-Hersteller Apple vor. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) hat nach Informationen des Tagesspiegels das Apple-Musikportal iTunes wegen seiner Lizenzbedingungen abgemahnt.

Die Verbraucherschützer kritisieren, dass Songs, die man bei iTunes herunterlädt, nur auf dem iPod ohne weitere Zwischenschritte und ohne Qualitätsverlust laufen, nicht aber auf MP3-Playern der Konkurrenz. Zudem behalte sich Apple vor, die Nutzungsbedingungen im Nachhinein zu ändern. „Die Bedingungen für den Download sind eine Zumutung für die Nutzer und verstoßen gegen deutsches Verbraucherrecht“, sagte der stellvertretende vzbv-Vorstand Patrick von Braunmühl dem Tagesspiegel.

Apple wird in der Abmahnung aufgefordert, die Bedingungen nicht mehr zu verwenden. Lässt sich das Unternehmen darauf nicht ein, müsste der Verband klagen. Einzelheiten will der vzbv an diesem Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Berlin mitteilen. Dann wird der Verband auch Abmahnungen gegen weitere Anbieter bekannt geben.

Mit ihrer Aktion stehen die Deutschen nicht allein da. Auch Verbraucherschutzorganisationen aus Norwegen, Schweden und Dänemark haben Apple aufgefordert, die Geschäftsbedingungen zu ändern, und drohen mit Klagen. In Brüssel ermittelt die EU-Kommission gegen die Computerfirma wegen der unterschiedlichen Download-Gebühren in Europa. Deutsche Nutzer zahlen nur 99 Cent pro Song, in Großbritannien kostet der Download umgerechnet 1,15 Euro.

Während das Brüsseler Verfahren noch läuft, ist Frankreich bereits einen Schritt weiter. Ende Juni beschloss das Parlament ein Gesetz, das Nutzern garantieren soll, legal aus dem Internet heruntergeladene Musik auf jedem technisch geeigneten Gerät abspielen zu können. Allerdings enthält das Gesetzeswerk einige Schlupflöcher für die Internet-Musikanbieter.

Apple hält die Kritik an seinen Geschäftsbedingungen für unberechtigt. „Jeder Song kostet 99 Cent“, sagt Apple-Deutschland-Sprecher Georg Albrecht. Das sei ein einfaches System. Außerdem könne man einen Titel anschließend auf beliebig viele CDs brennen.

Der iTunes-Store ist nicht nur weltweit der erfolgreichste Internet-Musikladen, auch in Deutschland ist er mit 15,5 Millionen Downloads pro Jahr Marktführer. Bei den Abspielgeräten – den MP3-Playern – liegt Apple ebenfalls vorn. Auf Deutschland bezogene Zahlen veröffentlicht das US-Unternehmen allerdings nicht.

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