Apple : Steve Jobs ist wieder da

Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit Monaten bekommt der Apple-Chef viel Applaus. Neue Produkte gibt es auch.

Corinna Visser

Berlin - „Ich bin in der Vertikalen, ich bin zurück, ich arbeite mit unseren Teams, um einige neue großartige Produkte herauszubringen.“ Mit diesen Worten machte Apple-Chef Steve Jobs am Mittwoch in San Francisco klar: Er ist wieder da. Auf der Internetseite www.engadget.com konnten seine Fans die Präsentation neuer Produkte des Computerkonzerns quasi live im Blog mitverfolgen. Es war Jobs erster öffentlicher Auftritt seit Monaten. Er wurde mit Ovationen gefeiert. Jobs erschien wie üblich mit Jeans und schwarzem Rollkragenpullover – und machte einen dynamischen Eindruck. Der 54-Jährige sprach über eine fünf Monate zurückliegende Lebertransplantation und bedankte sich für den Beistand, den er erfahren habe.

Wie in kaum einem anderen Unternehmen wird Apple mit der Person des Vorstandsvorsitzenden identifiziert. Spekulationen über Jobs’ Gesundheitszustand haben die Aktien des Konzern immer wieder bewegt. Als klar war, dass er auftreten wird, stieg die Apple-Aktie zunächst rund ein Prozent auf 174,47 Dollar – den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr. Später gab das Papier die Gewinne wieder ab und verlor mehr als ein Prozent. Offenbar waren die Börsianer doch enttäuscht, was das Unternehmen tatsächlich an neuen Produkten präsentierte.

Apple stellte neue Modelle aus der iPod-Reihe vor, die nun auch mit einer Videokamera ausgestattet sind. Jobs präsentierte außerdem eine neue Version der Software iTunes, mit der Apple Musik, Videos und Programme für iPhone und iPod vertreibt. „Wir sind inzwischen der größte Musikhändler der Welt“, sagte Jobs.“ Über iTunes habe Apple in 23 Ländern 8,5 Milliarden Musikstücke verkauft. Es gebe mehr als 100 Millionen registrierte Nutzer.

Mit der Videokamera in dem Musikspieler iPod nano greift Apple direkt seinen Wettbewerber Cisco an, der in den USA mit dem Kompakt-Camcorder Flip spektakuläre Absatzerfolge erzielt hat. Der iPod nano sei der populärste Musikspieler der Welt. „Über 100 Millionen Stück wurden davon verkauft“, sagte Jobs. Der Player, der nun auch ein UKW-Radio enthält, wird künftig in zwei Versionen angeboten: Das Modell mit acht Gigabyte kostet 139 Euro, das 16-GB-Modell 169 Euro.

Apple präsentierte auch eine runderneuerte iPod-touch-Familie, die dem iPhone ähnelt, aber keine Handyfunktion hat. In dem Spitzenmodell für 379 Euro stecken künftig 64 Gigabyte Hauptspeicher und ein schnellerer Prozessor. Beim bisherigen Modell mit acht Gigabyte senkte Apple den Preis auf 189 Euro.

Apple positioniert den iPod touch, von dem bislang mehr als 20 Millionen Exemplare verkauft wurden, nicht nur als mobilen Musikspieler, sondern auch als Konkurrent zu portablen Spielekonsolen wie Sony PSP oder Nintendo DS. Für den iPod touch seien inzwischen mehr als 21 000 Spieleanwendungen verfügbar, sagte Apple-Marketingchef Phil Schiller.

Im App Store, wo Entwickler auf der ganzen Welt Anwendungen für iPhone und iPod online anbieten können, stehen laut Apple inzwischen mehr als 75 000 Anwendungen zur Verfügung. 1,8 Milliarden mal seien Anwendungen aus dem Netz heruntergeladen worden. Das sei „ein überwältigender Erfolg“. mit dpa

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