Wirtschaft : Apple und Rosen

Nach dem Tod von Steve Jobs reißen sich Fans um schwarze Rollis – von einem Berliner Modelabel

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Letzter Auftritt. Im Juli trug Steve Jobs einen VONROSEN-Pulli. Foto: Reuters Foto: REUTERS
Letzter Auftritt. Im Juli trug Steve Jobs einen VONROSEN-Pulli. Foto: ReutersFoto: REUTERS

Berlin - Steve Jobs wurde von seinen glühendsten Anhängern nicht nur wie ein Gott verehrt. Nach dem Tod des Apple- Chefs vor neun Tagen hat auch ein lebhafter Devotionalienhandel eingesetzt. Besonders begehrt bei den Jobs-Jüngern ist ein Kleidungsstück: der legendäre schwarze Rollkragenpullover. Kein öffentlicher Auftritt, bei dem der Gründer des US-Konzerns („iGod“) nicht den schwarzen Rolli getragen hatte. Dazu eine reichlich verwaschene Jeans und Turnschuhe.

Bei seinem letztem Auftritt auf der Apple-Entwicklerkonferenz im Juli dieses Jahres verhalf Steve Jobs ungewollt auch einer Berliner Nobelschneiderei zu Bekanntheit und Aufträgen. An einem kleinen weißen Logo am Saum des 420 Euro teuren Kaschmir-Pullovers ließ sich zweifelsfrei die Marke „VONROSEN“ identifizieren. Das kleine, aber sehr feine Label, dessen Herren- und Damenmode ausschließlich über das Internet bestellt werden kann, freut sich seitdem über eine rege Nachfrage – zumindest nach dem schwarzen Pullover. „Noch während des Auftritts und sofort danach hatten wir ein Vielfaches der normalen Auslastung auf unserer Webseite“, sagte Unternehmenschef David von Rosen dem Mediendienst „V.i.S.d.P.“. Nach Jobs’ Tod sei sehr viel über den Apple-Chef und seine Kleidung geschrieben worden. Das habe offensichtlich einige Fans auch auf die Berliner Modemarke VONROSEN aufmerksam gemacht. „Die Registrierungen und Bestellungen haben stark zugenommen“, sagte von Rosen.

Allein, der posthume Run auf Jobs’ Pulli konnte nicht verhindern, dass VONROSEN offenbar vor dem Aus steht. Anson’s, eine Tochter von Peek & Cloppenburg, hatte die Berliner verklagt, aus Angst vor Verwechslungen mit der eigenen Marke „Paul Rosen“. Man einigte sich außergerichtlich, nach Angaben von Rosens muss das Label jedoch schließen. Der Gründer spricht von „schlechtem Timing“.

Besser erging es einer anderen Bekleidungsfirma, deren Pullover Steve Jobs getragen hatte. Die Nachfrage nach dem schlichten Kleidungsstück sei so groß, dass jetzt eingehende Bestellungen frühestens Ende des Monats bearbeitet werden könnten, sagte eine Mitarbeiterin der US- Firma „St. Croix“. Für jeden Rollkragenpullover vom Typ „1990“ für umgerechnet 127 Dollar spende das Unternehmen aus Minnesota deshalb 20 Dollar für die Krebsforschung – zumindest für Bestellungen, die bis zum 16. Oktober eingehen. ST. CROIX]

Lange Schlangen bildeten sich derweil in der Nacht zu Freitag vor den Apple-Stores in aller Welt. Zum Verkaufsstart des neuen iPhones4S zeigten sich Experten überrascht vom Andrang der Kunden: Sie schätzen, dass Apple allein am ersten Wochenende zwei bis vier Millionen Geräte absetzen könnte. Henrik Mortsiefer

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