Wirtschaft : Arbeit in Deutschland relativ günstig

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Berlin - Die deutschen Unternehmen sind im EU-Vergleich und hinsichtlich der Arbeitskosten deutlich wettbewerbsfähiger geworden. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, ist zwischen dem Jahr 2000 und dem zweiten Quartal 2006 „die Kostenbelastung der Arbeitgeber für eine geleistete Arbeitsstunde in keinem Mitgliedstaat der Europäischen Union geringer gestiegen als in Deutschland“. Sowohl die Bruttolöhne und -gehälter als auch die Lohnnebenkosten, die die Sozialversicherungsbeiträge umfassen, trugen zu dieser Entwicklung bei, teilten die Statistiker mit. Bei den Lohnnebenkosten ist die Differenz zum EU-Durchschnitt sogar noch deutlich größer als bei den Bruttoeinkommen. So sind die Lohnnebenkosten in der EU seit 2000 mit 23,3 Prozent deutlich stärker gestiegen als in Deutschland. Das hängt indes auch mit dem hohen Ausgangsniveau hierzulande zusammen. Weil ein Großteil der Kosten der Wiedervereinigung über die Sozialsysteme finanziert wird, sind die Beiträge hier vor allem in den 90er Jahren stark gestiegen.

Die jüngste Entwicklung der Arbeitskosten, mit der die Statistiker das zweite Quartal 2006 mit dem zweiten Quartal 2005 vergleichen, zeigt einen überdurchschnittlichen Anstieg bei den jungen EU-Mitgliedern aus Mittel- und Osteuropa. In Lettland mit plus 22,7 Prozent, Litauen (21,1 Prozent) und Estland (16,4 Prozent) stiegen die Arbeitskosten am stärksten. Die tschechische Republik folgt mit gut zehn Prozent. Den geringsten Zuwachs gab es auch in diesem Zeitraum in Deutschland mit 0,7 Prozent sowie Malta mit ebenfalls 0,7 Prozent. Wegen der guten Konjunktur und den satten Unternehmensgewinnen haben die deutschen Gewerkschaften kräftige Lohnforderungen für das kommende Frühjahr angekündigt. alf

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