Wirtschaft : Arbeiter bei CNH und BSH hoffen wieder

Schließung der Werke in Spandau könnte abgewendet werden / Verhandlungen dauern an

Carsten Brönstrup

Berlin - In den Streit um die Zukunft des Berliner CNH-Baumaschinenwerkes ist offenbar Bewegung gekommen. „Wir sind optimistisch, dass es zumindest für einen Teil der Arbeitsplätze eine Lösung geben kann“, sagte Luis Sergio, der zuständige IG-Metall-Sekretär, dem Tagesspiegel. Im günstigsten Fall könne es „in drei bis vier Wochen“ eine Einigung geben, erklärte er nach einem ersten Gespräch mit CNH-Managern. Auch die Verhandlungen für das Waschmaschinenwerk von Bosch-Siemens (BSH) kommen voran. „Von einer Schließung war zuletzt nicht mehr die Rede“, hieß es beim Betriebsrat.

CNH, Teil des italienischen Fiat-Konzerns, will die seit 130 Jahren bestehende Fabrik in Spandau bereits Ende Juni weitgehend schließen. Nur 100 Stellen sollen erhalten bleiben. Seit drei Wochen protestieren die rund 600 Beschäftigten mit einem Streik dagegen. Sie wollen den Fortbestand der Produktion, mindestens aber einen Sozialplan erzwingen. Heute wird der IG-Metall-Chef Jürgen Peters vor den Streikenden sprechen.

Möglicherweise könne eine „verwandte Art der Produktion“ am Standort an der Staakener Straße weitergeführt werden, sagte Gewerkschaftsmann Sergio. Das Unternehmen werde aber nicht unter dem Dach des CNH-Konzerns agieren. „Die CNH-Leute wollen alles tun, das sie vor einem Sozialplan und vor der Rückforderung von Subventionen schützt“, berichtete er. Hintergrund: Der Berliner Senat hatte angekündigt, 70 Millionen Euro an früher gezahlten Subventionen von CNH zurückzufordern, sollte die Produktion geschlossen werden. Zudem hatte die CNH-Belegschaft hohe Forderungen für den Sozialplan gestellt.

„CNH würde eine Alternative für den Standort unterstützen, wenn die IG Metall eine präsentierte“, hieß es. An einem Konzept arbeite die IG Metall derzeit. Ob alle 500 Stellen in der Produktion gerettet werden könnten, sei „dahingestellt“. Solange es keine Lösung gebe, werde weiter gestreikt. „Erst wenn ein Vertrag unterzeichnet ist, werden wir ein Ende des Arbeitskampfes prüfen“, befand Sergio. Eine CNH-Sprecherin bestätigte Gespräche, wollte sie aber nicht kommentieren.

Bei Bosch-Siemens äußerte sich Betriebsratschef Güngör Demirci ebenfalls optimistisch. „Es sieht so aus, dass wir noch einige Jahre hier Waschmaschinen produzieren können“, sagte er. Zu möglichen Zugeständnissen seitens der Belegschaft wollte er nichts sagen. Bis Mai könne aber eine Lösung gefunden sein. Eine BSH-Sprecherin wollte sich zum Stand der Verhandlungen nicht äußern.

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