Wirtschaft : Arbeitgeber gehen auf IG Metall zu Lohnzuwachs könne

über zwei Prozent liegen

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Berlin - In den Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie kommt Bewegung. Die Arbeitgeber wollen der IG Metall am heutigen Dienstag im Schlüsselbezirk Nordrhein-Westfalen ein neues Angebot vorlegen. Dabei schließen sie erstmals einen Lohnzuwachs oberhalb von zwei Prozent nicht mehr aus. „Es wird sicherlich darauf hinauslaufen, dass am Ende ein Ergebnis oberhalb der Zahl zwei steht“, sagte Arbeitgeber-Verhandlungsführer Michael Jäger dem Handelsblatt. Einzelheiten müssten in den Verhandlungen geklärt werden. „Aber natürlich gilt: Wenn sich die IG Metall bewegt, werden auch wir uns weiter bewegen.“

Bisher haben die Arbeitgeber der IG Metall angeboten, die Tariflöhne in diesem und im kommenden Jahr jeweils um 1,2 Prozent anzuheben. Zusätzlich wollen sie als so genannten Konjunkturfaktor Pauschalbeträge von 0,6 und 0,4 Prozent zahlen. Die IG Metall fordert für die 3,4 Millionen Beschäftigten der Branche fünf Prozent mehr Lohn und hat das erste Angebot der Arbeitgeber scharf zurückgewiesen. Auf ihrer Vorstandssitzung Anfang kommender Woche könnte sie einen Arbeitskampf beschließen.

Das neue Angebot der NRW-Arbeitgeber sieht vor, die reguläre Tariferhöhung nicht bereits rückwirkend zum 1. März einsetzen zu lassen, sondern einige Monate später. „Dann bekommen wir zusätzlichen Spielraum bei der Höhe der Einmalzahlung, und die Beschäftigten erhalten trotzdem einen dauerhaften Anspruch auf die Tabellenerhöhung“, sagte Jäger. Zudem sei „sicherlich auch bei der Tabelle noch nicht das letzte Wort gesprochen“.

Damit sind die laufenden Tariflöhne gemeint. Im Gegensatz dazu fließen Einmalzahlungen nicht in die Tabelle ein und erhöhen damit auch nicht die Basis für künftige Lohnsteigerungen. Wegen der konjunkturellen Risiken messen die Arbeitgeber dem Instrument der Einmalzahlung in diesem Jahr besondere Bedeutung zu. Jäger bekräftigte zudem die Forderung der Arbeitgeber, die geplante Einmalzahlung wegen der großen Ertragsunterschiede zwischen den einzelnen Unternehmen „auf betrieblicher Ebene variabel zu gestalten“. Demnach könnten Unternehmensleitung und Betriebsrat vereinbaren, die tarifliche Zahlung etwa bei schlechter Auftragslage zu kürzen.

Im Bezirk Nordrhein-Westfalen ist es die sechste Verhandlungsrunde. Sofern es zu einer Annäherung komme, sei für Freitagabend eine weitere Verhandlungsrunde vereinbart, sagte Jäger. dc (HB)

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