Wirtschaft : Arbeitgeber sind für höhere Löhne Hundt: Arbeitnehmern soll es gut gehen

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Berlin - Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat sich wenige Tage nach Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in die aktuellen Tarifrunden eingeschaltet. „Wenn es den Unternehmen gut geht, muss es auch den Arbeitnehmern gut gehen“, sagte Hundt am Donnerstag in Berlin. Diesem Grundsatz sei auch in den vergangenen Jahren gefolgt worden, so dass es 2012 keineswegs einen Nachholbedarf gebe. Deshalb sei „eine Lohnforderung von bis zu 6,5 Prozent realitätsfern und kaum ernst zu nehmen“, kritisierte der Arbeitgeberpräsident die IG Metall und Verdi, die beide – Verdi für den öffentlichen Dienst – mit 6,5 Prozent in den Tarifkonflikt gehen. Dazu will die IG Metall eine stärkere Regulierung der Leiharbeit erreichen. In diesen Tagen veröffentlicht die Gewerkschaft in diversen Zeitungen und Zeitschriften eine Broschüre zur Leiharbeit, in der sie für ihr Anliegen wirbt. Darin heißt es, „die Grundpfeiler der sozialen Marktwirtschaft“ seien in Gefahr, wenn Menschen nicht von ihrer Arbeit leben können. Die Zahl der Leiharbeiter habe sich im vergangenen Jahrzehnt auf inzwischen eine Million verdreifacht, dabei schafften nur sieben Prozent den Sprung von der Leiharbeit in die Festanstellung.

Die IG Metall will gleichen Lohn für gleiche Arbeit und mehr Mitbestimmung beim Einsatz von Leiharbeitern für die Betriebsräte. Zumindest hinsichtlich der Bezahlung ist die Gewerkschaft da gar nicht weit entfernt vom Arbeitgeberpräsidenten. Hundt plädierte am Donnerstag für „eine stufenweise tarifvertragliche Anpassung an ein Equal Pay“, also gleicher Lohn für gleiche Arbeit, nach „entsprechender Einarbeitungszeit“. Alles in allem „werbe ich für faire tarifvertragliche Regelungen in der Zeitarbeit“, sagte Hundt. alf

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