Wirtschaft : Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam gegen Flugsteuer

Mainz/Berlin- Gegen die geplante Luftverkehrsabgabe formiert sich Widerstand. Vertreter von Luftfahrtbranche, Tourismuswirtschaft und Gewerkschaften forderten die Bundesregierung am Freitag in einer gemeinsamen Resolution auf, auf die Abgabe zu verzichten. „Für Deutschland würde diese Luftverkehrssteuer den nachhaltigen Abzug von rund fünf Millionen Passagieren und den Verlust von 10 000 Arbeitsplätzen bedeuten“, heißt es in dem in Mainz unterzeichneten Papier.

Die Bundesregierung hatte die Abgabe auf ihrer Sparklausur im Mai beschlossen, sie soll jährlich eine Milliarde Euro in die Kassen spülen. Die Steuer soll unabhängig von Flugzeugtyp, Treibstoff- und CO2-Ausstoß erhoben werden, sich lediglich nach der Länge der geflogenen Kilometer und der Klasse bemessen. Zahlen sollen die Flughäfen, die das Geld ihrerseits bei den Flugpassagieren eintreiben wollen. „Wenn die Luftverkehrssteuer tatsächlich kommt, wäre das ein Fiasko für den Standort Deutschland und damit für die Bundesregierung“, sagte Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV.

Nach Lufthansas Billigflugtochter Germanwings drohte am Freitag auch die irische Gesellschaft Ryanair damit, Teile des Geschäftes aus Deutschland abzuziehen. „Ohne Zweifel würde das den Verlust von einigen Flugzeugen für Hahn, Weeze und Bremen bedeuten“, sagte Ryanair-Chef Michael O’Leary am Freitag in Mainz der Agentur Reuters. kph

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