• Arbeitgeber wollen an die Samstagszuschläge Gewerkschaften sind gegen Sonnabend als normalen Arbeitstag

Wirtschaft : Arbeitgeber wollen an die Samstagszuschläge Gewerkschaften sind gegen Sonnabend als normalen Arbeitstag

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Berlin (akz). Nach der Diskussion um die steuerfreien Nacht und Feiertagszuschläge für Arbeitnehmer sprechen sich die Arbeitgeber nun dafür aus, die üblichen Zuschläge für Samstagsarbeit zu überprüfen. Diese Zuschläge sind bisher in der Regel in Tarifverträgen geregelt.

Die Debatte hatte sich an der Entscheidung von Sportvereinen entzündet, einen Teil der Gehälter für die Profi-Sportler als Sonn- und Feiertagszulagen zu bezahlen, die im Gegensatz zum regulären Gehalt zum großen Teil von Steuern befreit sind. Bei der Forderung, künftig den Samstag wieder wie einen ganz normalen Werktag zu behandeln, sind vor allem Arbeitgeber und Gewerkschaften gefragt: Sie müssten die entsprechenden Tarifverträge ändern. Viktor Steiner, Arbeitsmarktexperte vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), sagt, dass es im Prinzip keinen Grund dafür gebe, die Entscheidung eines Arbeitnehmers, am Samstag zu arbeiten, noch zu belohnen. „Die Entscheidung über Zuschläge oder nicht sollte aber allein Sache der Tarifparteien sein.“ Da solle sich die Politik heraushalten.

Am Donnerstag hat sich der Hauptverband des deutschen Einzelhandels (HDE) der Forderung nach Abschaffung der Zuschläge angeschlossen: „Wir halten das für wünschenswert. Der Samstag ist ein normaler Werktag und kein Sonntag“, sagte Heribert Jöris, Geschäftsführer für Tarif -und Sozialpolitik im HDE. In den jüngsten Tarifabschlüssen konnte der HDE jedoch seine Haltung nicht durchsetzen. Mit der Ausweitung der Ladenöffnungszeiten auf 20 Uhr hat der Verband den Arbeitnehmern das Zugeständnis gemacht, am Samstagnachmittag Zuschläge in Höhe von 20 Prozent zu zahlen.

Siemens-Chef Heinrich von Pierer hatte am Mittwoch in einem Zeitungsinterview die Diskussion um die Zuschläge für die Samstagsarbeit losgetreten. „Im Bedarfsfall“ solle der Samstag wieder ein normaler Werktag „ohne Zuschläge“ sein, hatte Pierer gesagt. „Die Leute gehen doch eigentlich gern zur Arbeit, das ist doch kein Frondienst“.

Unterstützt wird der Siemens-Chef von Dieter Hundt, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Geschäftsleitung, Arbeitnehmer und Betriebsräte sollten im Betrieb festlegen können, wann und wie lange gearbeitet wird, forderte er.

Gegen die Abschaffung der Zuschläge wandten sich die Gewerkschaften. Die IG Metall wies den Vorschlag von Pierers zurück. Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss und Gaststätten verwies darauf, dass das Thema in vielen Unternehmen durch Arbeitszeitkonten flexibel geregelt werde. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer kritisierte im ZDF-Morgenmagazin: „Tun wir doch nicht so, als ob es das Patentrezept wäre, nur mehr zu arbeiten. Die platte Forderung, Samstag soll mehr gearbeitet werden, ohne Zuschläge, und so den Leuten in die Tasche zu greifen, die bringt überhaupt nichts.“

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