Wirtschaft : Arbeitgeber wollen eine Nullrunde Bei höherem Tarifabschluss Entlassungen im öffentlichen Dienst

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Bottrop (dpa). Die kommunalen Arbeitgeber plädieren bei den Tarifverhandlungen des öffentlichen Dienstes für eine Nullrunde. Die gegenwärtige Diskussion in der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit möglichen Tarifforderungen von bis zu 6,5 Prozent sei „völlig realitätsfern“, teilte die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) am Freitag in Bottrop mit. Am kommenden Mittwoch will Verdi in Bremen für die 2,97 Millionen Arbeiter und Angestellten ihre Forderungen beschließen. Die erste Verhandlungsrunde ist für den 15. November in Stuttgart geplant.

Eine Nullrunde sei notwendig, um kein Personal abbauen zu müssen, hieß es. „Durch die weiter galoppierenden Steuerrückgänge erhöhen sich die Schuldenberge der Städte dramatisch“, sagte der Vorsitzende des VKAGruppenausschusses für Verwaltung, Thomas Böhle. Die von Verdi diskutierten Tarifforderungen richteten sich gegen die Bürger. Um Mehrausgaben wieder auszugleichen, müssten städtische Leistungen zurückgefahren werden. Außerdem erhöhe jeder Prozentpunkt mehr an Tariferhöhung den Druck auf die kommunalen Arbeitgeber, Stellen abzubauen und Personal zu entlassen. Der Bottroper Oberbürgermeister Ernst Löchelt (SPD) rechnete für seine Stadt vor, dass bei Personalkosten von etwa 64,7 Millionen Euro eine Vergütungserhöhung pro Prozentpunkt 650 000 Euro Mehrausgaben für das Stadtsäckel bedeuten würde.

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