Wirtschaft : Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt lobt Tarifabschlüsse und Bündnis für Arbeit

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat eine positive Zwischenbilanz der Tarifrunde 2000 gezogen und die bisherigen Lohnabschlüsse als "vernünftige Kompromisse" gelobt. Dabei sah er auch das Bündnis für Arbeit bestätigt. Ohne das im Januar erzielte Bündnisabkommen wären die Tarifabschlüsse nicht so positiv ausgefallen, "das ist meine feste Überzeugung", sagte Hundt am Freitag in Berlin. Die meist zweijährigen Tarifabschlüsse bewegten sich zwischen 1,5 und 2,5 Prozent und damit im Rahmen des Bündnisses, sagte Hundt. Die Lohnrunde 2000 könne der Beginn einer neuen Tarifpolitik nach Vorbild der Niederlande sein. Auch im Öffentlichen Dienst müsse nun ein bündnistreuer Kompromiss gefunden werden. "Alles andere wäre ein schlimmes Ergebnis."

Hundt begrüßte insbesondere, dass die IG Metall den "verhängnisvollen Weg einer Rente mit 60" aufgegeben habe. Erstmals seit vielen Jahren hätten sich die Tarifparteien der Metallindustrie vor Ablauf der Friedenspflicht zusammengerauft. Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) habe viel Engagement und Initiative gezeigt, meinte Hundt. Er wies Kritik aus der Union zurück, die Wirtschaft sei zu regierungsfreundlich. "Wir vertreten unsere Interessenlage." Bei den nächsten Bündnisrunden will Hundt vor allem die Förderung der privaten Altersvorsorge ansprechen.

Unterdessen einigten sich die IG Metall Bayern und der Verband der Bayerischen Metallindustrie in München auf einen neuen Tarifabschluss. Die rund 700 000 Beschäftigten in der bayerischen Metallindustrie erhalten vom 1. Mai drei Prozent mehr Geld. Die Vereinbarung orientiert sich an den Eckpunkten des Pilotabschlusses, der Ende März in Nordrhein-Westfalen erzielt worden sei. Als bayerische Variante wurde zusätzlich eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung beschlossen. Auch die Große Tarifkommission der Stuttgarter IG Metall billigte den Tarifabschluß mit ebenfalls verbesserten Konditionen für die Azubis. Dagegen setzte die IG Metall in Ostdeutschland ihre Warnstreiks fort. Am kommenden Montag verhandeln die Tarifparteien in Berlin über die Übernahme des NRW-Abschlusses sowie über vermögenswirksame Leistungen, die bislang im Osten nicht gezahlt werden.

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