Wirtschaft : Arbeitnehmer verdienen im Osten rund 20 0000 DM weniger

WIESBADEN (AFP). Die Löhne und Gehälter im produzierenden Gewerbe in Deutschland sind im vergangenen Jahr um 2,6 Prozent gestiegen. Arbeitnehmer verdienten damit im Schnitt 68 646 DM brutto, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Der Zuwachs war mit 2,6 Prozent in den alten und 2,5 Prozent in den neuen Bundesländern annähernd gleich, die Verdienste im Osten lagen aber weiter deutlich unter denen im Westen: In den alten Ländern verdienten Beschäftigte den Angaben zufolge durchschnittlich 70 265 DM, in den neuen Bundesländern und Ost-Berlin lag der Wert bei 48 896 DM.Die Angestelltengehälter stiegen etwas stärker als die Arbeiterlöhne. Im Westen legten sie um drei Prozent und im Osten um 3,2 Prozent zu. Die Arbeiterlöhne verzeichneten Zuwachsraten von 2,3 beziehungsweise 2,1 Prozent. Auch zwischen Frauen und Männern zeigten sich deutliche Unterschiede.Die Entwicklung der Angestelltenverdienste im Handel-, Kredit- und Versicherungsgewerbe entsprach den Angaben zufolge weitgehend derjenigen im produzierenden Gewerbe. Sie erhöhten sich insgesamt um 2,8 Prozent auf 65 684 DM. Für Angestellte in den alten Bundesländern bedeutete dies ein Bruttojahresgehalt von 66 967 DM (plus 2,7 Prozent), in den neuen Ländern betrug der statistische Durchschnittsverdienst 49 913 DM (plus 3,4 Prozent).Im produzierenden Gewerbe verdiente ein Mann durchschnittlich 71 820 DM. Frauen hatten im Schnitt einen Bruttoverdienst von 54 823 DM. Mit 3,2 Prozent lag bei ihnen der Anstieg gegenüber 1997 leicht höher als bei den Männern, die 2,5 Prozent mehr verdienten. Im Handel-, Kredit- und Versicherungsgewerbe lag der Jahresverdienst bei 74 857 DM für Männer (plus 2,3 Prozent) und 55 485 DM für Frauen (plus 2,8 Prozent).Bei ihrer Berechnung bezogen die Wiesbadener Statistiker neben den Monatseinkommen auch regelmäßig gezahlte Leistungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld, 13. Monatsgehalt und Gewinnbeteiligungen ein. Diese Leistungen sind in den neuen Ländern und Ost-Berlin weniger verbreitet und fallen zudem geringer aus als im Westen.

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