Arbeitnehmervertreter : Gewerkschaften wollen DGB radikal umbauen

Zwei große Industriegewerkschaften fordern eine schlankere Dachorganisation: Deren Parallelstrukturen seien unangemessen, sagte der Chef der Chemiegewerkschaft, Hubertus Schmoldt.

BerlinDer Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) soll einem Bericht zufolge radikal umgebaut werden. Nach IG-Metall-Chef Berthold Huber habe auch der Vorsitzende der Chemiegewerkschaft IG BCE, Hubertus Schmoldt, eine Neuausrichtung des Spitzenverbandes gefordert, meldete die Zeitung "Die Welt" am Samstag.

"Wir unterstützen den Vorstoß von IG-Metall-Chef Berthold Huber für eine Reform des DGB", sagte Schmoldt dem Blatt. Der Gewerkschaftsbund müsse schlagkräftiger werden, er müsse in der Öffentlichkeit präsent sein und für die Politik ein "ernstzunehmender Gesprächspartner", erklärte Schmoldt.

Der DGB wird durch Gelder der acht Einzelgewerkschaften finanziert. Jeder Gewerkschafter müsse "das Gefühl haben, dass dieses Geld sinnvoll angelegt ist", sagte der IGBCE-Chef. Er kritisierte: "Wir leisten uns Parallelstrukturen." Die Frage stelle sich, was der DGB wahrnehmen solle und was die Mitgliedsgewerkschaften leisten könnten. In der Kritik ist auch die Struktur der Dachorganisation. Der DGB leiste sich wie die Mitgliedsgewerkschaften einen Aufbau über mehrere Ebenen - mit Ländern, Regionen und Bezirken. Das sei nicht mehr zeitgemäß, sagte der IG-BCE-Chef. (hah/ddp)

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