Wirtschaft : Arbeitsämter werden bis 2005 modernisiert

Bundesanstalt für Arbeit soll sich von der Behörde zum „serviceorientierten Dienstleister“ wandeln

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Berlin (asi). Der Umbau der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit zu einer modernen „Agentur für Arbeit“ wird rund zwei Jahre dauern. Dieses Ziel zumindest hat sich der Vorstand der BA in seinem Reformkonzept gesetzt, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. „Ab 2005 soll das neue Arbeitsamt weitgehend eingeführt sein“, heißt es darin. Ein ganzer Katalog an Veränderungen kommt damit auf die rund 90 000 Mitarbeiter und die Arbeitslosen zu. Wesentliche Elemente sind mehr Wirksamkeit bei der Betreuung und Vermittlung der Arbeitslosen, mehr Wirtschaftlichkeit im Umgang mit den Beitrags und Steuermitteln und mehr Eigenverantwortung für die einzelnen Arbeitsämter. Das Ziel soll der „serviceorientierte Dienstleister“ sein, heißt es im Konzept von BA-Vorstandschef Florian Gerster. Wobei Gerster selbst in den vergangenen Wochen immer wieder eingeräumt hatte, dass der Umbau selbst die Arbeitslosigkeit allenfalls um zehn Prozent reduzieren wird – um rund 400 000 Arbeitslose also.

Im Einzelnen wird die Bundesanstalt für Arbeit ihre Kunden in Zukunft stärker klassifizieren, in „Marktkunden“, „Beratungskunden“ und „Integrationskunden“. Marktkunden sollen lediglich Hilfe zur Selbsthilfe erhalten und ansonsten auf die Jobangebote im Internet verwiesen werden, wo sie selbstständig auf Stellensuche gehen könnten. Unter Beratungskunden seien jene Erwerbslosen zu verstehen, die eine Weiterbildung oder Umschulung benötigten, sagte BA-Sprecherin Bettina Schmidt. Integrationskunden seien jene, die eine intensive Betreuung bräuchten – „bis hin zur Partner- oder Schuldnerberatung“.

In einem geplanten „Virtuellen Arbeitsmarkt“ sollen alle bestehenden BA-Jobbörsen zusammengeführt werden. Zusätzlich will die BA dort auch Stellen von externen Jobbörsen (siehe Lexikon auf Seite 16) erfassen und auflisten. Schon ab Dezember soll das neue Internetportal zur Verfügung stehen und Jobsuchenden wie auch Mitarbeitern der BA bei der Arbeitssuche helfen.

Einen Qualitätssprung verspricht die BA für die Betreuung von Unternehmen. Offene Stellen sollen schneller besetzt und die Bewerber vom Arbeitsamt vorher hinsichtlich ihrer Eignung sortiert werden.

Mehr Transparenz versprechen sich Gerster und die Führungsmannschaft in Nürnberg von einer getrennten Rechnungsführung. Damit soll in Zukunft genau nachvollziehbar sein, welche Leistungen die BA aus den Beiträgen der Versicherungsnehmer erbringt und welche Leistungen aus Steuermitteln. Damit soll klarer werden, welche sozialpolitischen Aufgaben die Arbeitsämter finanzieren, um sich in Zukunft vor überbordenden Anforderungen der Politik schützen beziehungsweise mehr Geld zu deren Finanzierung anfordern zu können.

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