Arbeitskampf bei der Bahn : Der Lokführer-Streik von A bis Z

Noch ist nicht klar, wann die Lokführer wieder streiken. Dass sie streiken, ist jedoch höchst wahrscheinlich. Warum sie streiken, wer welche Rolle bei der Bahn spielt, welche Auswirkungen ein Ausstand hat - unser A bis Z.

Rebecca Krizak
Alarmstufe Rot. Die Bahn muss in den kommenden Tagen mit einem neuen Streik ihrer Lokführer rechnen.
Alarmstufe Rot. Die Bahn muss in den kommenden Tagen mit einem neuen Streik ihrer Lokführer rechnen.Foto: dpa

Warum genau noch mal streiken gerade die Lokführer? Wer das Gefühl hat, im Streit zwischen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL den Überblick verloren zu haben, bekommt hier Hilfe.

Arbeitszeit

Die will die GDL verkürzen. Eine Stunde weniger sollen die Lokführer arbeiten müssen, gleichzeitig sollen sie fünf Prozent mehr Lohn bekommen.

Bundesrat

GDL-Streiks in Endlosschleife? Ein Gesetz soll das verhindern. Es soll regeln, dass pro Betrieb nur noch die größte Gewerkschaft Tarifverträge abschließen darf. Kleine Gewerkschaften wie die GDL dürften dann möglicherweise nicht mehr streiken. Im Juli soll das Thema im Bundesrat die letzte Hürde nehmen.

Chaos-Claus

Er ist während des Streiks der natürliche Feind jedes Bahnfahrers: GDL-Chef Claus Weselsky. Schon bei den letzten Lokführer-Streiks lästerten Bahnfahrer in sozialen Netzwerken über „Chaos-Claus“. Der stellte sich tapfer dem Narren-Spott bei „Mainz bleibt Mainz“.

Dinge, die man alternativ tun kann

Wer wegen des Streiks zu Hause bleiben muss, hat endlich Zeit, sich alte Folgen der ARD-Sendung „Die schönsten Bahnstrecken Deutschlands“ anzuschauen.

Einmalzahlung

Sie wurde von der GDL als Durchbruch gefeiert. Doch mehr als die Einmalzahlung von 510 Euro für 2014 hat die Gewerkschaft für die Lokführer bisher nicht rausholen können.

Fahrgastrechte

Fällt der Zug aus oder ist während des Streiks verspätet, dürfen Bahnfahrer auf andere Züge ausweichen. Ab einer Stunde Verspätung gibt es einen Teil des Gelds zurück.

Güterverkehr

Nicht nur die Bahnfahrer müssen wegen des Bahnstreiks an Ort und Stelle bleiben. Auch der Güterverkehr ist oft mitbetroffen, Händler müssen auf die Straße ausweichen oder Verzögerungen in Kauf nehmen.

HKX

Der Expresszug zwischen Hamburg und Köln gehört zu den Verbindungen privater Bahnunternehmen, die nicht vom Streik betroffen sind. Gerade im Regionalverkehr sind sie deshalb oft eine gute Alternative. Im Norden können Bahnfahrer zum Beispiel auch auf den Metronom ausweichen, im Süden fährt die Bayerische Oberlandbahn.


ICE

Trotz Bahnstreik fallen nicht alle Züge aus. Auf der Internet-Seite der Bahn kann man nachschauen, ob der gebuchte ICE oder die Regionalbahn trotzdem fährt.

Juristische Prüfung

Beim Streik im November 2014 hatte die Bahn versucht, den Streik vom Landesarbeitsgericht Hessen stoppen zu lassen. Doch das Gericht befand den Streik für verhältnismäßig.

Konkurrenz

Die GDL will künftig auch für Zugbegleiter verhandeln, was bislang die rivalisierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) macht. Die Bahn will aber unterschiedliche Tarifverträge vermeiden, damit etwa Arbeitszeiten in ein und derselben Berufsgruppe gleichbleiben.

Lohn

Die Lokführer wollen mehr Geld, aber wie viel verdienen sie eigentlich? Ohne Zulagen bekommt ein Lokführer zwischen rund 2500 und 3200 Euro brutto.

Mitarbeiter des Monats

Mit diesem Titel hatte der Autovermieter Sixt GDL-Chef Weselsky während des letzten Streiks scherzhaft geehrt. Der Autovermieter ist aber nicht der einzige, der vom Bahnstreik profitiert: Viele Menschen werden auch diesmal auf Mitfahrzentralen und Fernbusse umsteigen.

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