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Arbeitskampf bei der Deutschen Bahn : Lokführer der GDL streiken am Mittwoch ab 14 Uhr

Der Arbeitskampf bei der Bahn ist festgefahren. Die Gewerkschaft GDL hat nun bundesweit zu einem 14-stündigen Streik bei der Deutschen Bahn aufgerufen. Dort gilt ab Mitternacht ein Ersatzfahrplan.

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Die Lokführer streiken wieder (Archivbild).
Die Lokführer streiken wieder (Archivbild).Foto: dpa

Die Lokführergewerkschaft GDL hat ihre Mitglieder bundesweit zu einem 14-stündigen Streik bei der Deutschen Bahn aufgerufen. Von 14.00 Uhr an diesem Mittwoch bis 4.00 Uhr am Donnerstagmorgen sollen sie flächendeckend die Arbeit niederlegen, wie die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Laut Bahn gilt im Fernverkehr wegen des angekündigten Streiks am Mittwoch bereits von 0.00 Uhr an ein Ersatzfahrplan. Mit diesem eingeschränkten Fahrplan sollten so viele Reisende wie möglich noch ans Ziel gebracht werden, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. Reisende könnten die am Mittwoch gültigen Zugverbindungen seit Dienstagabend auf der Website der Bahn über die normale Fahrplanauskunft abrufen. Wo der Streik selbst zu Ausfällen und Verspätungen führt, wisse man erst zu Beginn des Arbeitskampfes um 14.00 Uhr, sagte ein Bahnsprecher.

Claus Weselsky, Vorsitzender der Lokführergewerkschaft GDL, hatte bereits am Montagabend in der ARD-Sendung "Hart aber fair" Streiks für diese Woche angekündigt. "Ich glaube, dass Sie für diese Woche damit rechnen dürfen, dass Sie nicht an jedem Tag dieser Woche mit den Zügen unbeeinträchtigt unterwegs sein können", erklärte er.

Der Streik werde wieder flächendeckend sein und auch wieder alle Bereiche vom Güter- bis zum Personenverkehr betreffen. Das war bereits vergangene Woche der Fall, als 80 bis 90 Prozent der Züge in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch still standen. Bei dem neunstündigen Streik mussten zehntausende Reisende umplanen, 2500 Nahverkehrszüge fielen aus, 160 Güterzüge blieben stehen. Weselsky sprach im Sender HR-Info von einer "unglaublichen Arroganz der Deutschen Bahn". Das Bahn-Management habe sich seit dem jüngsten Streik nicht bewegt.

Die Deutsche Bahn hat den für Mittwoch angekündigten Lokführerstreik als völlig unverständlich kritisiert. Der Streik bringe beide Seiten in der Sache nicht weiter, teilte der Konzern mit. "Die GDL sollte verhandeln statt streiken." Abermals wies die Bahn den Vorwurf zurück, sie wolle mit den Lokführern nicht über Inhalte verhandeln.

Der Tarifstreit ist äußerst kompliziert. Es geht nicht nur um die Forderung der Lokführer nach fünf Prozent mehr Geld, zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit und angenehmeren Schichtplänen. Sie wollen zudem von der Deutschen Bahn das Recht eingeräumt bekommen, auch für das Zugpersonal verhandeln zu dürfen. Bislang darf die GDL allein die Arbeitsbedingungen der 20000 Lokführer bei der Deutschen Bahn regeln. Die wesentlich größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG will die Zuständigkeit für das Zugpersonal aber nicht abgeben und pocht seinerseits darauf, für die bei ihr organisierten Lokführer verhandeln zu dürfen.

Die GDL will ihre Ziele unbedingt durchsetzen. Allein unbefristete Streiks hat sie bislang ausgeschlossen. (dpa)

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