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Arbeitskampf geht weiter : 48-Stunden-Streik am Frankfurter Flughafen begonnen

Die Gewerkschaft hat am Montag erneut den Flughafen Frankfurt lahmgelegt. Auch Verbindungen nach Berlin sind betroffen. Doch Fraport verspricht: Die meisten Flüge finden statt.

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Parken statt starten. Die Gewerkschaft der Flugsicherung hat 200 Vorfeldlotsen, Flugzeugeinweiser und Disponenten zu einer 24-stündigen Arbeitsniederlegung aufgerufen.
Parken statt starten. Die Gewerkschaft der Flugsicherung hat 200 Vorfeldlotsen, Flugzeugeinweiser und Disponenten zu einer...Foto: dpa

An Deutschlands größtem Flughafen wird seit Montagmorgen wieder gestreikt. Die rund 200 Vorfeldmitarbeiter legten am frühen Morgen die Arbeit für 48 Stunden nieder, wie der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport bestätigte. In der Nacht zum Montag hatte die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) den Streik überraschend um 24 Stunden verlängert - ursprünglich sollte nur bis zum Dienstagmorgen 5.00 Uhr die Arbeit niedergelegt werden. Nun soll der Ausstand nach GdF-Angaben bis Mittwoch (22.Februar/5.00 Uhr) dauern.

Damit will die GdF den Druck auf die Flughafengesellschaft Fraport erhöhen, in der Tarifauseinandersetzung nachzugeben. Fraport habe sich bislang nicht bewegt, kritisierte GdF-Sprecher Markus Siebers am Sonntag, „es gibt nicht einmal den Versuch einer Kontaktaufnahme“.

Fraport zeigte sich von den Drohungen unbeeindruckt. Man werde versuchen, 70 Prozent der rund 1300 Flüge abzuwickeln, sagte Fraport-Sprecher Mike Peter Schweitzer dem Tagesspiegel. Die Lufthansa erklärte, dass am Montag 200 Flüge gestrichen würden – rund 100 weniger als am Freitag. Während die Langstreckenflüge in vollem Umfang durchgeführt werden sollen, kann es bei Kurz- und Mittelstreckenverbindungen Einschränkungen geben. Unter den 200 gestrichenen Flügen sind 13 von oder nach Berlin. Bei Air Berlin wird ein Flug von Frankfurt nach Berlin ersatzlos gestrichen, drei weitere auf der Strecke Berlin-Frankfurt werden zusammengelegt, sollen aber wie vereinbart stattfinden, erklärte eine Sprecherin am Sonntag. Auf den anderen Strecken soll der Verkehr reibungslos laufen. Welche Flüge betroffen sind, können Reisende im Internet oder am Telefon erfahren.

Die Fronten im Tarifstreit sind verhärtet, Bewegung ist nicht in Sicht. Man sei jederzeit zu Gesprächen bereit, erwarte von der Gewerkschaft aber „Kompromissbereitschaft“, betonte Fraport-Sprecher Schweitzer. GdF und Flughafenbetreiber streiten seit Monaten über einen Tarifvertrag mit hohen Gehaltssteigerungen für die Vorfeldbeschäftigten. Einen Schlichterspruch des Hamburger Ex-Bürgermeisters Ole von Beust, der deutliche Verbesserungen für die Beschäftigten vorgesehen hatte, lehnt Fraport ab und wirft der Gewerkschaft überzogene Forderungen vor. Diese würden auf Erhöhungen zwischen 50 und 70 Prozent hinauslaufen, das sei „absolut inakzeptabel“.

Bereits am Donnerstag und Freitag vergangener Woche hatten die 200 Vorfeldlotsen, Flugzeugeinweiser und Disponenten gestreikt. Die beiden Streiktage haben Fraport nach eigenen Angaben Umsatzeinbußen von 3,5 bis vier Millionen Euro eingebrockt, welcher Schaden den Fluggesellschaften entstanden ist, konnten am Sonntag weder Air Berlin noch Lufthansa sagen.

Die Flugfeld-Beschäftigten sind eine kleine, aber wichtige Berufsgruppe. Sie sorgen unter anderem dafür, dass die Flugzeuge die richtige Parkposition finden. So kann eine kleine Gruppe einen Großflughafen mit 70 000 Mitarbeitern durcheinanderbringen. Dass dennoch viele Flüge stattgefunden haben, liegt daran, dass Fraport von anderer Stelle Personal besorgt hat und andere Mitarbeiter für die Aufgaben umgeschult hat.

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