Wirtschaft : Arbeitskräfte gesucht

MÜNCHEN (tmh).Die Jobmaschine Informations- und Telekommunikationstechnik leidet trotz Massenarbeitslosigkeit unter einem Mangel an Arbeitskräften.Allein in Deutschland fehlten der Branche rund 75 000 Mitarbeiter, sagte der Geschäftsführer der Fachorganisation Eito, Bernhard Rohleder, im Vorfeld der Fachmesse "Systems", die kommende Woche in München beginnt.Der Personalengpaß drossle das Wachstum der Branche jährlich um ein bis zwei Prozent.In ganz Westeuropa fehlten sogar 367 000 Mitarbeiter.Damit bleibe jeder sechste Arbeitsplatz in der Zukunftstechnologie derzeit leer, sagte Rohleder.Dieses Jahr werde die Informations- und Kommunikationstechnik dennoch europaweit erstmals über zwei Millionen Menschen beschäftigen, was ein Plus von zehn Prozent bedeute.Angesichts hoher Wachstumsraten der zugehörigen Industrieumsätze liege hier eine große Chance zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit.Die prosperierende Branche hat partiell auch mit einem Firmenmangel zu kämpfen, beklagte Systems-Fachbeirat Eberhard Färber.Abseits des Marktführers SAP AG gebe es noch zu wenige Unternehmen, die Betriebssoftware produzieren.SAP und technologisch nahestehende Betriebe hätten mittlerweile ein "Ökosystem" mit rund 35 Mrd.DM Umsatz geschaffen, das noch "fantastische Chancen" für europäische Mitbewerber biete.Die Branche habe die Kfz-Industrie in ihrer globalen Bedeutung mit einem Umsatzvolumen von 2,6 Billionen DM mittlerweile überrundet und werde nur noch von der weltweiten Tourismusindustrie übertroffen, sagte Rohleder.In Europa wachse die Branche 1998 über Erwartung mit 8,3 Prozent erstmals seit zehn Jahren wieder schneller als der Weltmarkt.1999 sollen die Europaumsätze nochmals um knapp acht Prozent auf dann 820 Mrd.DM zulegen.Für den Vormarsch der Europäer sei auch die aktuelle Schwäche Japans verantwortlich.Dieses Jahr schrumpfe der dortige Markt für Informations- und Telekommunkationstechnik erstmals um ein Prozent.1999 würden die Japaner sich mit voraussichtlich gut vier Prozent Wachstum wieder erholen.Drei Viertel des Weltmarkts sind derzeit in den USA und Europa konzentriert.Die Branche entwickele sich immer mehr zur Dienstleistungsbranche, beschrieb Rohleder die Entwicklung.70 Prozent des Markts entfielen jetzt auf Service und Software, nur mehr 30 Prozent auf die Hardware.Diese Tendenz verstärke sich angesichts 15prozentiger Wachstumsraten für Service und bis zu 13,5 Prozent Zuwachs für Software.Hardware komme 1998/99 gerade auf ein Plus von fünf bis sechs Prozent.

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