Wirtschaft : Arbeitslose meiden Jobagenturen

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Leipzig Arbeitslose profitieren offenbar kaum von privaten Jobagenturen. Dort würden nur acht Prozent der von den Arbeitsagenturen ausgegebenen Vermittlungsgutscheinen eingelöst, wie aus einem vertraulichen Bericht des Bundesrechnungshofs hervorgeht. Darüber hinaus hätten die „vermittelten Arbeitsverhältnisse überwiegend keinen Bestand“. Viele hätten „nur einen Monat oder weniger“ gedauert. Dies berichtet der MDR unter Berufung auf den Bundesrechnungshof.

Das Prinzip der Vermittlungsgutscheine war im Rahmen der Hartz-Reformen im April 2002 eingeführt worden, weil man sich von privaten Personalagenturen größere Erfolge bei der Vermittlung von Arbeitsplätzen versprach. Doch daraus wurde nun offenbar nichts. Zu diesem vernichtenden Urteil kamen die Rechnungsprüfer, nachdem sie ein Jahr lang den Weg aller ausgegebenen Vermittlungsscheine verfolgt hatten. Daraufhin rieten sie bereits im Mai 2004 dringend davon ab, die befristete Maßnahme zu verlängern. Das umstrittene System der Vermittlungsgutscheine wurde dennoch wenig später durch den Bundestag bis Ende 2006 verlängert.

Dabei verdienen sogar oft Betrüger an dem Gutscheinsystem, wie der Rechnungshof rügte: „In knapp einem Drittel der Fälle lagen entweder Nachweise oder zumindest Anhaltspunkte für eine missbräuchliche Inanspruchnahme oder für Mitnahmeeffekte vor“, kritisierten die Prüfer. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). So soll es „missbräuchliche Inanspruchnahmen“ bei 63 Prozent aller Arbeitsagenturen gegeben haben. ddp

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