Arbeitslosen-Zahlen : Müntefering sieht "Grund zur Zuversicht"

Die Zahl der Arbeitslosen ist im August weiter gesunken. Nach Ansicht der Bundesagentur für Arbeit ist die Lage "unverändert angespannt". CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla erkennt hingegen die Trendwende.

Nürnberg/Berlin - Insgesamt waren 4,372 Millionen Menschen ohne Job. Das sind rund 14.000 weniger als im Juli, wie die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Arbeitslosen sogar um 426.000. Die Arbeitslosenquote blieb gegenüber dem Vormonat unverändert bei 10,5 Prozent. Grund für den Rückgang ist laut BA vor allem die Konjunkturbelebung. Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) wertete die jüngsten Arbeitsmarktzahlen als "Grund zur Zuversicht".

Die konjunkturelle Entwicklung sorgt nach den Worten von BA-Chef Frank-Jürgen Weise dafür, dass sich die drei wichtigsten Indikatoren für die Arbeitsmarktentwicklung weiter günstig darstellten: "Die Arbeitslosigkeit geht zurück, Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung steigen und die Zahl der offenen Stellen ist hoch." Arbeitsminister Müntefering zeigte sich überzeugt, dass sich der positive Trend am Arbeitsmarkt verfestige. Er verwies darauf, dass der Bund in den kommenden Monaten sein Konjunkturprogramm durch Vorziehen der vorhandenen Mittel "konzentrieren und intensivieren" wolle. Jetzt müsse "Druck in den Kessel". CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla erklärte, dies sei "definitiv die Trendwende."

BA: Lage unverändert angespannt

Die Zahl der Erwerbstätigen stieg Angaben des Statistischen Bundesamts saisonbereinigt um 53.000. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs stieg nach der jüngsten Hochrechnung für Juni um 129.000 auf 26,31 Millionen. Dies sei ein "starkes Indiz" für den Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung, erklärte die BA. Auch das Stellenangebot lag im August weiter deutlich über dem Vorjahreswert: Nicht saisonbereinigt gab es 619.000 offene Jobs, von denen 89 Prozent sofort zu besetzen waren. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der gemeldeten Stellen um 154.000 zu. Saisonbereinigt nahm das Stellenangebot dagegen gegenüber dem Vormonat leicht um 3000 ab.

Die Lage am Ausbildungsmarkt wertete die BA dagegen als "unverändert angespannt". Von Oktober vergangenen Jahres bis zum August seien 418.400 Ausbildungsstellen und damit zwei Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum gemeldet worden. Für das im September endende Berufsberatungsjahr sei eine größere Lehrstellenlücke als im vergangenen Jahr zu befürchten. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, zeigte sich dennoch sehr zuversichtlich", dass alle Schulabgänger, die sich ernsthaft um Ausbildung kümmerten, eine Chance bekämen. Er verwies zudem darauf, dass immer weniger Betriebe ihre Ausbildungsplätze den Arbeitsagenturen mitteilten. (tso/AFP)

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