Wirtschaft : Arbeitslosenzahl macht Bundesagentur Hoffnung Anstieg im Juli fällt geringer aus als berfürchtet

-

Berlin Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juli wieder gestiegen – allerdings nicht so stark wie von Experten und der Bundesagentur für Arbeit (BA) erwartet. „Erfreulicherweise hat diese Sommerpause geringere Spuren hinterlassen als es sonst üblich ist“, sagte BA-Vorstandschef FrankJürgen Weise am Donnerstag in Nürnberg. Im Juli waren in Deutschland 4,77 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet – 68000 mehr als im Vormonat. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sagte, das sei der geringste Anstieg der letzten fünf Jahre. Er wertete das als Erfolg der rot-grünen Arbeitsmarktreform: „Ich bin überzeugt, dass wir die richtigen Voraussetzungen geschaffen haben für Wachstum und Beschäftigung.“

Gegenüber dem Juli vergangenen Jahres ist die Arbeitslosenzahl jedoch drastisch gestiegen – und zwar um 412000. Das sei größtenteils auf den statistischen Effekt der Hartz-IV-Reform zurückzuführen, hieß es bei der Bundesagentur. Denn seit Jahresanfang erhalten auch erwerbsfähige Sozialhilfeempfänger das Arbeitslosengeld II und werden somit in der Arbeitsmarktstatistik erfasst. 320000 ehemalige Sozialhilfebezieher zählte die Nürnberger Behörde im Juli.

Auch wenn die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl deutlich zurückgegangen sei, deute dennoch alles darauf hin, dass mit einer konjunkturell bedingten Verbesserung am Arbeitsmarkt erst im kommenden Jahr zu rechnen sei. Ein Problem ist derzeit vor allem die Lücke auf dem Lehrstellenmarkt. Bundesweit haben knapp eine Viertelmillion junger Menschen noch keinen Ausbildungsplatz. Gleichzeitig ist die Zahl der gemeldeten Lehrstellen gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent zurückgegangen. Daher geht die Bundesagentur davon aus, dass dieLehrstellenlücke zum Ende des Berufsberatungsjahres größer sein wird als 2004. Damals fehlten rund 31000 Ausbildungsplätze.

Erstmals mischte sich BA-Chef Weise in die politische Wahlkampfdebatte ein: Der Plan der FDP, die Bundesagentur aufzulösen, sei nicht seriös. Vielmehr sei die Kunst, das Ganze machbar zu gestalten“, sagte er. Die FDP will, dass die Betreuung und Vermittlung der Arbeitslosen von den Kommunen übernommen wird. dro

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben