Arbeitslosigkeit : ILO-Studie: Jugendliche sind Verlierer der Krise

In Deutschland sind relativ wenige junge Menschen arbeitslos, doch die Zahl derer mit normalen Arbeitsverträgen ist drastisch gesunken. Weltweit stieg die Quote bei der Jugendarbeitslosigkeit jedoch teilweise massiv an, wie eine Studie zeigt.

Berlin/Genf - In Deutschland sind relativ wenige junge Menschen arbeitslos. Von den 15- bis 24-Jährigen waren hierzulande im vergangenen Jahr 10,5 Prozent ohne Job, inzwischen sinken die Zahlen wieder, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Internationale Arbeitsorganisation ILO hervorgeht. Weltweit stieg die Quote hingegen teils massiv an, in Spanien etwa verdoppelte sie sich sogar von 20 auf 40 Prozent.

2008 waren 9,8 Prozent der jungen Menschen hierzulande arbeitslos, wie aus den Zahlen der ILO hervorgeht. Nach einem Anstieg 2009 sank die Quote im ersten Halbjahr 2010 wieder und lag im Schnitt bei 9,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag insgesamt in Deutschland zuletzt bei 7,6 Prozent. Das Statistische Bundesamt hatte ermittelt, dass junge Menschen in Deutschland häufiger arbeitslos sind und schlechter gesicherten Beschäftigungen nachgehen als vor zehn Jahren. Die Zahl der sogenannten atypischen Formen von Beschäftigung stieg von 200 000 im vergangenen Jahrzehnt auf 675 000, wie aus am Mittwoch veröffentlichten Zahlen der Statistiker hervorgeht. Zu atypischen Jobs zählen Zeitverträge oder Niedriglohn-Jobs. Die Zahl junger Menschen mit normalen Arbeitsverträgen sank von 1,2 Millionen auf 400 000.

Weltweit trieb die Krise junge Menschen aber viel stärker in die Arbeitslosigkeit. Die globale Erwerbslosenquote stieg hier von 11,9 Prozent im Jahr 2007 auf 13,0 Prozent im vergangenen Jahr. Das ist das höchste je gemessene Niveau. 2010 dürfte es sich nochmals leicht auf 13,1 Prozent erhöhen, teilte die ILO in Genf mit.

Die IG Metall verlangt gezielte Unterstützung für junge Berufseinsteiger. „Die Jungen sind die Verlierer der Krise“, erklärte der zweite Vorsitzende der Gewerkschaft, Detlef Wetzel, in Frankfurt. Er verlangte, dass Leiharbeit begrenzt und eine gleiche Bezahlung wie bei Stammarbeitern durchgesetzt wird. AFP/dpa

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