Arbeitsmarkt : 7000 Geflüchtete finden Arbeit in Berlin und Brandenburg

So langsam kommt die Integration in den Arbeitsmarkt in Gang. Hilfreich ist dabei die Vielzahl offener Stellen - in Berlin und Brandenburg, aber auch im ganzen Bundesgebiet.

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40 000 Geflüchtete suchen derzeit Arbeit in Berlin-Brandenburg. Und es kommen noch einige dazu.
40 000 Geflüchtete suchen derzeit Arbeit in Berlin-Brandenburg. Und es kommen noch einige dazu.Foto: imago/Jens Jeske

Die Integration von Geflüchteten in den  Arbeitsmarkt kommt langsam in Schwung. In den vergangenen zwei Jahren haben gut 7000 Personen aus den sogenannten Asylherkunftsländern in Berlin und Brandenburg einen Job gefunden, davon 5565 sozialversicherungspflichtig. Allein in diesem Jahr wurden in Berlin knapp 1500 und in Brandenburg 1000 Geflüchtete in Arbeit gebracht, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag mit. Alles in allem leben in der Region fast 40 000 Geflüchtete zwischen 15 und 65 Jahre, die Arbeit suchen und nach Einschätzung der BA „grundsätzlich für den Arbeitsmarkt infrage kommen“. Das werden noch mehr werden, weil noch weitere Absolventen der Sprachkurse auf den Arbeitsmarkt kommen. Derzeit bewerben sich in der Stadt rund 1100 Geflüchtete um einen Ausbildungsplatz, in Brandenburg sind es 350.

Die Berliner Arbeitslosenquote liegt bei 9,0 Prozent

Der Arbeitsmarkt in der Region wie auch in der Bundesrepublik insgesamt ist in guter Verfassung. In Berlin gab es im August gut 171 000 Arbeitslose, das waren 9200 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote fiel um 0,7 auf 9,0 Prozent. Das klingt gut, aber bundesweit liegt die Quote bei 5,7 Prozent. Berlin mit vielen Langzeitarbeitslosen wird noch einige Zeit brauchen, um den Bundesdurchschnitt zu erreichen. Doch die Richtung stimmt: Vor allem wegen des starken Wachstums erhöhte sich die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Berlin zuletzt um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das waren 1,8 Prozentpunkte über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Bundesweit waren im August 2,545 Millionen Menschen arbeitslos registriert, 139 000 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig sind bei den Arbeitsagenturen 765 000 offene Stellen registriert, 80 000 mehr als vor einem Jahr. In Berlin gibt es derzeit rund 24 660 offene Stellen, in Brandenburg sind es 21 100. Die Arbeitslosenquote in Brandenburg liegt mit 6,8 Prozent um 0,9 Prozent unter dem Vorjahresstand.

SPD will Sozialberufe aufwerten

Überall gesucht werden Fachkräfte – vor allem in sozialen Berufen. Um diese attraktiver zu machen, plädiert die SPD für höhere Einkommen. Beispielsweise soll es künftig während der Ausbildung zur Erzieherin eine Vergütung geben. Bisher werden hier teilweise sogar Schulgelder erhoben. Arbeitsministerin Andrea Nahles, Familienministerin Katarina Barley und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (alle SPD) legten dazu in Mainz ein Aktionsprogramm vor. „Die 5,5 Millionen Beschäftigten in den Sozial- und Gesundheitsberufen haben Anerkennung und Wertschätzung verdient“, sagte Barley. Nahles forderte einen bundesweiten Tarifvertrag Soziales, um Verbesserungen für die Beschäftigten zu erreichen.

„Gute Leistung, hohe Kompetenz und gesellschaftlich wichtige Arbeit muss auch gut bezahlt werden“, heißt es in dem Fünf-Punkte-Programm. Fortbildungsangebote sollten ebenso ausgebaut werden wie Aufstiegsmöglichkeiten. Die Belastung könnte durch bessere Personalschlüssel reduziert und damit die Arbeitszufriedenheit gesteigert werden. Quer- und Wiedereinstiege müssten unterstützt und mehr Menschen mit Migrationshintergrund für Erziehungsberufe gewonnen werden, fordern die SPD-Politikerinnen. mit dpa

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