Arbeitsmarkt : BA: Beiträge zur Arbeitslosenversicherung senken

Angesichts der anhaltenden Milliarden-Überschüsse bei der Bundesagentur für Arbeit spricht sich ihr Vorstandschef Frank-Jürgen Weise für eine weitere Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung aus.

BerlinAngesichts der anhaltenden Milliarden-Überschüsse bei der Bundesagentur für Arbeit spricht sich ihr Vorstandschef Frank-Jürgen Weise für eine weitere Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung aus. Es gebe Spielraum über die bereits beschlossene Verringerung auf 3,9 Prozent zum 1. Januar 2008 hinaus, sagte er der "Welt am Sonntag". "Für den Arbeitsmarkt würde sich das positiv auswirken." Bei einer Senkung um einen Prozentpunkt könnten 100.000 neue Arbeitsplätze entstehen. "Der Auftrag der Bundesagentur ist es jedenfalls nicht, mit Zwangsbeiträgen Überschüsse zu erzielen", sagte Weise.

Die gleiche Meinung vertrat am Wochenende der CDU-Wirtschaftsrat. Dessen Präsident Kurt Lauk forderte eine Beitragssenkung von derzeit 4,2 auf mindestens 3,5 Prozent. "Den Aufschwung, den wir derzeit haben, müssen wir nutzen, um die strukturellen Defizite zu beseitigen", sagte Lauk. Die Senkung der Lohnnebenkosten ist nach seiner Auffassung das einzig geeignete Mittel, die Überschüsse sinnvoll zu nutzen.

"Überschüsse gehören den Beitragszahlern"

Gleichzeitig kritisierte Lauk "den Wettlauf um immer neue Vorschläge" für die Verwendung des BA-Überschusses. Vor allem eine Verlängerung der Bezugsdauer des Arbeitslosengelds I für langjährige Beitragszahler sei kontraproduktiv. "Wir wissen, dass das nichts bringt. Das sind Strohfeuerprogramme, die nur einen Einmaleffekt haben", sagte Lauk. "Überschüsse gehören den Beitragszahlern und sind keineswegs Verfügungsmasse für das Stopfen von Haushaltslöchern oder das Finanzieren von neuen Beschäftigungsprogrammen."

Eine Beitragssenkung wirke dagegen langfristig. "Das gibt eine Art Schneeballeffekt. Wenn man so weitere Arbeitsplätze schafft, gibt es wieder einen neuen Überschuss." Nach einem Rekordüberschuss von 11,2 Milliarden Euro 2006 rechnet der BA-Vorstand in diesem Jahr mit Mehreinnahmen von 2,5 bis 3 Milliarden Euro. Bis Ende 2011 sollen es insgesamt mehr als 26 Milliarden Euro sein. (mit dpa)

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