Wirtschaft : Arbeitsmarkt bleibt weiter geteilt

DIW: Talfahrt im Osten hält an / Arbeit für Ausländer Mangelware / Software-Spezialisten gesucht BERLIN/KÖLN/MÜNCHEN (rtr/AP/dpa).Der Arbeitsmarkt wird nach Erwartung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) auch 1998 weiter gespalten sein.Für Westdeutschland erwarten die Berliner Konjunkturforscher je nach Intensität des Wachstums ein Plus von bis zu 100 000 zusätzlichen Arbeitsplätzen.In den neuen Ländern müsse dagegen mit einem Rückgang der Beschäftigung um bis zu 100 000 (1997: 200 000) Stellen gerechnet werden, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten DIW-Wochenbericht. Nach den Erwartungen des DIW wird in den alten Ländern die Zahl der Arbeitslosen im Jahresverlauf saisonbereinigt weiter zurückgehen.Dies werde allerdings nicht in dem Umfang der Fall sein, in dem die Beschäftigung steige.Das liege daran, daß bei einer Entspannung am Arbeitsmarkt verstärkt Menschen eine Stelle suchten, die zuvor nicht als erwerbstätig oder arbeitslos registriert waren.Insgesamt geht das DIW davon aus, daß sich die positive Entwicklung der vergangenen Monate in Westdeutschland fortsetzen wird.Dagegen rechnet das DIW für die neuen Länder nicht mit einer spürbaren Wende auf dem Arbeitsmarkt.Zwar dürfte es auch in der Industrie zu einer leichten Ausweitung der Beschäftigtenzahlen kommen.Jedoch belaste der Stellenabbau in anderen Branchen wie dem Baugewerbe und im Dienstleistungsssektor den Arbeitsmarkt.Die geplante Aufstockung der Mittel für die Arbeitsförderung werde den weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit jedoch deutlich bremsen. Das Institut der deutschen Wirtschaft berichtete am Mittwoch in Köln, Arbeitsplätze für Ausländer seien in Deutschland Mangelware.Mitte 1997 sei jeder fünfte ausländische Arbeitnehmer ohne Beschäftigung gewesen.Damit seien Ausländer weitaus stärker von der Beschäftigungsmisere betroffen als ihre deutschen Kollegen, von denen jeder neunte Arbeit suche.Neben fehlenden Deutschkenntnissen und eingeschränkten Arbeitserlaubnissen macht den Ausländern nach Angaben des Instituts vor allem ihre geringe Qualifizierung zu schaffen.Über 88 Prozent aller arbeitslosen Ausländer waren im September 1997 ohne Berufsabschluß - 32 Prozent bei den arbeitslosen Deutschen. Auf dem Arbeitsmarkt gesucht wie nie zuvor werden qualifizierte Fachkräfte für Software und informationstechnische Dienstleistungen.Aus den Befragungsergebnissen der jüngsten Branchenstudie des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung München geht hervor, daß nahezu jeder dritte Datenverarbeitungs-Dienstleister seine Geschäftstätigkeit nicht ausweiten konnte, weil Fachkräfte fehlten.Noch vor zwei Jahren hatte nicht einmal jeder zehnte über Fachkräftemangel geklagt, heißt es in der Analyse.Die Beschäftigtenzahl der Branche dürfte 1997 um rund 25 000 zugenommen haben. Wie das europäische Statistikamt am Mittwoch in Luxemburg mitteilte, hat die Arbeitslosigkeit in der Europäischen Union im Februar den niedrigsten Stand seit fünf Jahren erreicht.Die EU-Quote sank auf 10,3 Prozent.Dies sei der niedrigste Wert seit März 1993.Im Januar 1998 hatte die Quote noch bei 10,4 Prozent gelegen, im Februar des Vorjahres bei 10,7 Prozent.Schätzungsweise 17,4 Millionen Menschen waren im Februar in der EU arbeitslos, 600 000 weniger als ein Jahr zuvor.

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