Wirtschaft : Arbeitsmarkt: EU: Deutschland hat Nachholbedarf im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit

Deutschland muss nach Ansicht der EU-Kommission mehr zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit tun. Die Bundesregierung sollte Jugendlichen und Langzeitarbeitslosen auf dem Arbeitsmarkt bessere Chancen ermöglichen. Das forderte die Behörde in ihrem Bericht zur Arbeitsmarktreform der Europäischen Union, den die Kommissare am Mittwoch in Brüssel verabschiedeten.

Nachholbedarf habe Deutschland auch bei Angeboten zum lebenslangen Lernen sowie der Chancengleichheit von Frauen, heißt es in dem Bericht. Frauen seien benachteiligt, weil sie für gleiche Leistung weniger Lohn bekämen und Einrichtungen zur Kinderbetreuung fehlten. Die Kommission verlangte von Deutschland zudem Steuererleichterungen, damit Firmen neue Jobs schaffen würden.

Die Kommission forderte alle Regierungen der 15 EU-Staaten ebenso wie Wirtschaft und Gewerkschaften auf, den Arbeitsmarkt weiter zu reformieren. Dies sei besonders wichtig, weil sich das Wachstum in den Vereinigten Staaten, Japan und in Europa verlangsame.

Laut Kommissionsbericht wuchs die Beschäftigung im Jahr 2000 in der EU so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Arbeitslosenquote sei 2000 im Vergleich zum Vorjahr von 9,1 Prozent auf 8,2 Prozent zurückgegangen. Insgesamt waren 14,5 Millionen Menschen ohne Job. Die Behörde verwies aber auch auf strukturelle Schwächen des Arbeitsmarktes in Europa. Dazu gehöre die hohe Jugendarbeitslosigkeit von 16,3 Prozent an allen Erwerbspersonen sowie der hohe Anteil der älteren Arbeitnehmer an den Arbeitslosen.

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