Arbeitsmarkt in Berlin : Niedrigste Arbeitslosenzahl seit 23 Jahren

Im März waren 202.253 Menschen in Berlin arbeitslos - so wenige wie zu diesem Zeitpunkt seit 1992 nicht mehr. Die Arbeitslosenquote sank auf elf Prozent - Ursachen sind das Wetter und der Aufschwung. Im Bund sieht es ähnlich aus.

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Gut fürs Geschäft: Der milde Winter verhalf auch der Baubranche zu guten Arbeitsmarktzahlen.
Gut fürs Geschäft: Der milde Winter verhalf auch der Baubranche zu guten Arbeitsmarktzahlen.Foto: dpa

Es ist ein früher Frühling am Berliner Arbeitsmarkt. Wegen des milden Winters habe sich der Frühjahrsaufschwung bereits im Februar angedeutet, berichtet die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. Im März habe sich diese Dynamik "nahtlos" fortgesetzt.

In Zahlen bedeutet das: In Berlin waren insgesamt 202.253 Arbeitslose gemeldet, 2826 weniger als im Februar 2015 und 8115 weniger als im März 2014. Die Arbeitslosenquote lag mit elf Prozent um 0,2 Prozentpunkte unter der des Februars und um 0,7 Prozentpunkte unter dem Wert vom März 2014.

Um Saisoneffekte bereinigt lag Zahl der Arbeitslosen bei 197.000. Das waren 1000 weniger als im Februar und 8000 weniger als vor einem Jahr.

Berlin mit niedrigster Arbeitslosenzahl seit 1992

Auch die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen sank auf Jahresfrist deutlich, verglichen mit Februar waren in der Hauptstadt allerdings 172 Menschen zwischen 15 und 25 Jahren ohne Arbeit. Im Vergleich zum März 2014 waren es 2072 Jugendliche weniger - insgesamt 16.113. Berlin und Brandenburg haben im bundesweiten Vergleich große Probleme, junge Menschen in Arbeit zu bringen und zu halten.

Trotz dieses anhaltenden Strukturproblems zeigte sich die Chefin der regionalen Behörde zufrieden. "Die anhaltende Wirtschaftsdynamik in der Stadt führt zu einem weiteren Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung und bietet damit auch Arbeitslosen gute Jobchancen", sagte Jutta Cordt. Mit dem aktuellen Rückgang der Arbeitslosenzahl "erreichen wir die niedrigste Arbeitslosenzahl und -quote in einem März seit 1992".

Bundesweit stärkerer Rückgang als von Experten erwartet

Im Bundesdurchschnitt fiel die Zahl der Arbeitslosen im März erstmals seit Dezember vorigen Jahres unter die Marke vor drei Millionen. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) registrierte 2,932 Millionen Erwerbslose, wie die Behörde am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Das waren 85.000 weniger als im Februar und 123.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ging leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent zurück.

Das ist die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem März seit 24 Jahren. "Die günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt hält an", erklärte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Er erklärte dies mit der "guten Konjunktur und der einsetzenden Frühjahrsbelebung".

Ein Rückgang der registrierten Arbeitslosigkeit ist im März üblich, weil in der Regel mit dem Nachlassen des Winterwetters die Beschäftigung in den Außenberufen wie am Bau zunimmt. In diesem Jahr fiel die Abnahme etwas höher aus. Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen ging die Arbeitslosenzahl laut BA um 15.000 im Vergleich zum Februar zurück. Experten hatten eine Abnahme um 12.000 erwartet.


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