Wirtschaft : Arbeitsmarkt: Katerstimmung im Silicon Valley

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Während in Deutschland die New Economy verhalten wächst, steckt die Internetbranche der USA in einer schweren Krise: Zahlreiche Pleiten von einst hoch gehandelten Start-ups und der anhaltende Abwärtstrend der Technolodiebörse Nasdaq haben zu einer Entlassungswelle geführt, die sich auch im ersten Halbjahr 2001 fortsetzen wird.

Kein Wunder, dass zum Jahresende im Silicon Valley von Festtagsstimmung keine Spur war. Ließ die Dotcom-Branche Ende 1999 noch die Korken knallen, fielen die Weihnachtsfeiern in diesem Jahr bescheiden aus. In den USA sind die wilden Partyzeiten der New Economy vorbei - jetzt herrscht Katerstimmung.

"Aufgrund der momentanen Situation unseres Unternehmens ist den wenigsten Angestellten nach großen Feiern zu Mute", erklärt Byers Watt, Sprecher der Internet-Consultingfirma Scient. Der Aktienkurs des Unternehmens war von 133 US-Dollar auf unter vier US-Dollar gefallen. Die Folge: Zwei Niederlassungen mussten geschlossen und 460 Mitarbeiter entlassen werden. Das Schicksal von Scient ist kein Einzelfall. Mehr als 200 amerikanische Internetfirmen meldeten im vergangenen Jahr Konkurs an. Dabei wurden über drei Milliarden Mark Kapital vernichtet, heißt es in einer Studie der kalifornischen Gesellschaft Webmergers.com.

In den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres hat sich die Dotcom-Krise in den Vereinigten Staaten noch verschärft: Innerhalb dieses Zeitraumes wurden 60 Prozent der 210 zahlungsunfähigen Firmen der New Economy geschlossen. So verloren im Dezember allein im Silicon Valley 2300 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Insgesamt erhielten in diesem Monat über 10 000 Angestellte der amerikanischen Dotcom-Branche ihre Entlassungspapiere.

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