Wirtschaft : Arbeitsmarkt: Keine fetten Jahre (Kommentar)

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Bernhard Jagoda lässt sich was einfallen, damit der monatliche Auftritt nicht langweilt. "Die sieben mageren Jahre sind vorbei", sagt der Präsident der deutschen Arbeitsämter bei der Betrachtung der jüngsten Arbeitslosenstatistik. Kommen jetzt also die fetten Jahre? Das ist leider eine Übertreibung. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt nur sehr gemächlich, denn die gute Konjunktur bringt Neueinstellungen im Westen; in Ostdeutschland ist der Arbeitsmarkt jedoch im zehnten Jahr nach der Vereinigung im miserablen Zustand. Und zum anderen helfen die schönen Wachstumsraten nicht sehr viel beim Abbau der so genannten strukturellen Arbeitslosigkeit: Ungelernte, Langzeitarbeitslose oder in "alten" Branchen überflüssig werdende Beschäftigte wird es immer zu Hunderttausenden geben. Trotz offener Stellen. Jagodas Leute haben gerade 570 000 nicht besetzte Arbeitsplätze gezählt, so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr. Da stimmt etwas nicht bei Aus- und Weiterbildung, bei Umschulung und Qualifizierung. Dafür geben die Arbeitsämter jedes Jahr Milliarden aus. Vielleicht erklärt Jagoda demnächst mal, was aus den vielen Umschülern geworden ist.

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