Wirtschaft : Arbeitsmarkt: Neue Jobs am Neuen Markt

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Der Beschäftigungszuwachs bei den Unternehmen des Neuen Marktes war trotz der schlechten Börsenentwicklung auch im vergangenen Jahr überraschend gut. Zu diesem Ergebnis kam Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos), der in Berlin eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger über den Beitrag Neuer-Markt-Unternehmen für die Beschäftigung in Deutschland vorstellte. "Das zeigt, dass die überwiegende Zahl der Unternehmen des Neuen Marktes unabhängig von der Kursentwicklung eine gute Entwicklung genommen haben", sagte Müller. Es sei unbedingt erforderlich, dass das Vertrauen der Anleger in diesen für die deutsche Volkswirtschaft wichtigen Risikokapitalmarkt wieder hergestellt werde. Dazu seien die von der Deutschen Börse beschlossenen Maßnahmen und der angekündigte Kapitalmarktkodex mit dem die Qualität der Emissionsprospekte auf dem Neuen Markt verbessert werden soll, wichtige Schritte.

Trotz der erheblichen Kursabschläge weise der Neue Markt bis Mitte Juli 2001 umfangreiche positive Beschäftigungseffekte auf, sagte Unternehmensberater Roland Berger. Im Juli waren in den 342 Unternehmen des Börsensegments 186 200 Mitarbeiter beschäftigt. Die Expansion werde künftig nicht mehr so rasant verlaufen wie im vergangenen Jahr. Ende März 2000 hatte es nur 239 Unternehmen mit zusammen 93 200 Mitarbeitern gegeben. Die Zahl dürfte von jetzt bis zum Jahresende wieder leicht auf 181 600 Beschäftigte zurückgehen, sagte Berger, aber nach der erwarteten Erholung bis Ende 2002 auf etwa 200 000 steigen.

Der Beschäftigungszuwachs am Neuen Markt ist 2001 nicht allein den Unternehmen zuzuschreiben, die neu an die Börsen gegangen sind. Bis Juli 2001 sind nur zwölf Unternehmen mit 88 262 Mitarbeitern zum Neuen Markt hinzugekommen. Die Zahl der Beschäftigten bei bereits seit längerem gelisteten Unternehmen lag aber im Juli bereits bei 97 945. Zudem nehme die Größe der Neue-Markt-Unternehmen zu. Sie beschäftigten im Schnitt 550 Mitarbeiter, 47 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr, sagte Berger. Die größten Zuwächse habe es bei Kaufleuten gegeben. Die Unternehmen legten nun offenbar mehr wert auf Rechnungswesen und ähnliche kaufmännische Kompetenzen, sagte Berger. Allerdings kehrten immer mehr gut ausgebildete Beschäftigte in die Unternehmen der Old Economy zurück. Die Konsolidierung bedeute aber nicht unbedingt, dass Arbeitsplätze verloren gingen. "Nicht mit jedem Unternehmen, das vom Neuen Markt verschwindet, verschwinden auch die Arbeitsplätze".

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