Wirtschaft : Arbeitsmarkt: Schwacher Herbstaufschwung dämpft Stimmung

Ein schwach ausgeprägter Herbstaufschwung hat im September saisonbedingt noch für leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt gesorgt. Nach Berechnungen von Arbeitsmarktexperten sank die Zahl der Erwerbslosen im September auf rund 3,71 Millionen. Das wären rund 75 000 weniger als im August. Dennoch zeichnet sich die schwächste Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt seit 1997 ab. Die offiziellen September-Zahlen will die Bundesanstalt für Arbeit (BA) in Nürnberg am Dienstag bekannt geben.

Angesichts der unerwartet hohen Arbeitslosenzahlen meldete die BA finanziellen Nachschlagbedarf für das laufende Jahr an. "Wir werden mehr brauchen" als den zugesagten Bundeszuschuss von 1,2 Milliarden Mark, sagte ihr Präsident Bernhard Jagoda der "Berliner Morgenpost". "Der Zuschuss war für eine Durchschnitts-Arbeitslosigkeit von 3,62 Millionen berechnet. Das ist nicht mehr zu schaffen." Nach den bislang vorliegenden Angaben stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum September vorigen Jahres um rund 30 000. Damit läge die Erwerbslosenzahl im zweiten Monat in Folge über dem Niveau des Vorjahres. Dies verdeutliche die insgesamt "trübe Stimmung" auf dem Arbeitsmarkt, sagten Fachleute. Auch saisonbereinigt sei die Zahl der Jobsuchenden im September um rund 15 000 gestiegen. Noch im August war sie gesunken.

Der Sprecher des Bundesarbeitsministeriums, Klaus Vater, nannte die Zahlen für September "reine Spekulation". Allerdings wollte auch er nicht ausschließen, dass sich die Terroranschläge in den USA negativ auf die Arbeitsmarktentwicklung auswirken. Laut "Bild"-Zeitung ist damit zu rechnen, dass spätestens im Januar 2002 die Erwerbslosenzahl wieder über vier Millionen steigt.

Intern geht die Bundesanstalt nach einem Bericht der "Welt" davon aus, dass die Arbeitslosigkeit im Durchschnitt dieses Jahres bei 3,85 Millionen liegt. Verglichen mit dem Jahresdurchschnitt 2000 wäre das ein Rückgang von nur knapp 50 000.

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