Wirtschaft : Arbeitsmarkt: Starke Konjunktur lässt Arbeitslosenquote sinken

csp

Durch die anhaltend starke Konjunktur ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im September auf 3,845 Millionen gesunken. Mit einem Rückgang um 0,3 Prozentpunkte auf 9,0 Prozent erreichte die Arbeitslosenquote den niedrigsten September-Wert seit sieben Jahren. Der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit (BA), Bernhard Jagoda, sagte am Donnerstag, dass der positive Trend zunächst anhalten, jedoch weiter am Osten vorbei gehen werde. Nach Angaben der BA waren in Westdeutschland 2,481 (Vormonat: 2,499) Millionen und in Ostdeutschland 1,365 (1,364) Millionen Menschen ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote war im Osten mit 16,6 (Vormonat: 17,0) weiterhin mehr als doppelt so hoch war wie im Westen mit 7,2 (7,4) Prozent. Jagoda sagte, die niedrigere Arbeitslosenzahl sei auf den anhaltenden Aufschwung, die Arbeitsmarktpolitik und das Ende der Sommerferien zurückzuführen. Er rechne auch für Oktober mit einer Fortsetzung des positiven Trends. Die Aufhellung beschränke sich auf den Westen, den Osten belasteten die Krise der Bauwirtschaft und der Stellenabbau im öffentlichen Dienst. Eine positive Bilanz zog Jagoda bei den Lehrstellen. Erstmals seit fünf Jahren habe es im Berufsberatungsjahr 1999/2000 mehr unbesetzte Ausbildungsplätze (25 700) als nicht zu vermittelnde Bewerber (23 600) gegeben.

In einer Reaktion auf die Zahlen betonte Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD), "dass wir mit unserer Reformpolitik auf dem richtigen Weg sind." Der Anstieg der Arbeitslosigkeit sei gestoppt, doch bleibe die Lage schwierig. Der CDU-Wirtschaftsexperte Matthias Wissmann erklärte dagegen, die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt beruhe vor allem auf demographischen Trends. Die Gewerkschaften forderten, trotz der positiven Zahlen dürften Politik und Wirtschaft im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit nicht nachlassen.

In der Region Berlin-Brandenburg bestätigte sich der bundesweite Trend. In Berlin lag die Arbeitslosenquote im September bei 15,3 Prozent und in Brandenburg bei 16,0 Prozent. Gegenüber September 1999 sanken die Quoten um 0,5 beziehungsweise 1,1 Prozent. Allerdings sprach der Präsident des Landesarbeitsamtes Berlin-Brandenburg, Klaus Clausnitzer, nur mit Bezug auf Berlin von einer Trendwende. "In Brandenburg sind wir noch nicht auf dem aufsteigenden Ast, denn dort stimmt die Infrastruktur nicht." Trotz höherem Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen in den letzten zwölf Monaten fehlten Ende September noch 4000 Lehrstellen in der Region. Clausnitzer erwartet jedoch, dass zumindest mit Hilfe außerbetrieblicher Ausbildung "bis Jahresende alle Suchenden vermittelt werden können."

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