Wirtschaft : Arbeitsmarkt: Tagebuch einer Vermeidung, Teil III

7. August. Keine Post vom Arbeitsamt. Ich hatte eine Vorladung befürchtet, die im Moment ziemlich problematisch wäre, da ich braungebrannt aus dem Urlaub zurückgekommen bin.

10. August. Zeitgleich mit der Rücksendung meiner Unterlagen durch eine Agentur, bei der ich mich trotz mehrfacher Bitte nicht um einen Vorstellungstermin bemüht habe, erhalte ich eine rapportpflichtige Bewerbungsaufforderung ( der Laden heißt ABC) vom Arbeitsamt. Andere Bewerbungsaufforderungen ohne Rapportpflicht schaue ich mir an, ignoriere sie aber.

Überraschende Wendung

Zum Thema Online Spezial: Arbeit.los!
Teil 1 und Teil 2 der Serie 14. August. Um 11.00 Uhr Termin bei der Personalvermittlung Professional. Es ist glutheiß. Weil das Arbeitsamt Bescheid wissen will, komme ich pünktlich und bin gut angezogen. Das Gespräch verläuft locker und nimmt eine überraschende Wendung, als der freundliche und unbürokratische Herr K. und ich ins Erzählen kommen und er der erste Mensch ist, der versteht, was in etwa für mich als Arbeit in Frage käme. In diesem Gespräch erscheint es mir realistisch, einen neuen Job anzunehmen, auch wenn alle meine derzeitigen Überlegungen ansonsten in eine ganz andere Richtung gehen. Herr A. verspricht zum Schluss auch noch, sich um etwas Interessantes für mich zu kümmern.

24. August. Eine Absage mit meinen Bewerbungsunterlagen im Briefkasten, diesmal von der Agentur Direkt. Bei der scheine ich mich irgendwann vorgestellt zu haben, ich kann mich nicht mehr erinnern. Hatte letztlich schon einen Schrieb von denen, des Inhalts, ich möge mich melden. Was ich natürlich nicht getan habe, denn erstens ist es furchtbar heiß, zweitens ist meine berufliche Zukunft für mich geklärt (ich werde nicht mehr arbeiten), und drittens bin ich mittlerweile unglaublich dreist geworden.

Mutter versteht micht nicht

29. August. Nach einem scheußlichen Zahnarzttermin bin ich bis Ende der Woche krankgeschrieben. In der Post ist eine rapportpflichtige Bewerbungsaufforderung einer Vorortfiliale des Arbeitsamtes. Nun bin ich doppelt froh über die Krankschreibung! Noch zwei Tage, dann ist die Arbeitslosenbeute auf meinem Konto. Zwei Monate habe ich dann geschafft.

4. September. Versuche, bei Hippokrates-Consulting, die mir dieses Vermittlungsmagazin "Markt und Chance" aufs Auge gedrückt hat, anzurufen: Die Firma ist auf Betriebsausflug. Wunderbar. Meine Mutter ruft an und fragt, was ich tue. Ich erzähle ihr, dass ich an diesem Tagebuch schreibe. Sie wechselt sofort das Thema, denn sie mißbilligt, was ich tue und daß ich darüber schreibe. Schade.

5. September. Rufe mal bei Hippokrates-Consulting an. Frau König sucht händeringend eine Assistentin.

14. September. Reaktion auf meine Bewerbung: Die Hippokrates-Consulting bittet um ein Vorstellungsgespräch. Mache Termin für den 2. Oktober aus. Denn wir fahren nochmal zwei Wochen weg. Melde mich beim Amt ab.

2. Oktober. Von der Reise zurückkehrend stelle ich fest, daß sich das Arbeitsamt erfreulich ruhig verhalten hat: Eine Bewerbungsmöglichkeit (Mülleimer) und eine rapportpflichtige Bewerbungsaufforderung. Wieder von der Vorortfiliale. Wenn ich nur den Absender sehe, ärgere ich mich schon schwarz. Das Vorstellungsgespräch bei Hippokrates-Consulting habe ich wegen eines beim Wandern in den Bergen zugezogenen Bänderrisses (zur Strafe habe ich jetzt bestimmt bald einen Sportunfall) abgesagt.

Die Neue im Arbeitsamt

12. Oktober. Rufe im Amt an. Bekomme einen leichten Schrecken. Frau Y. stellt sich sich als meine neue "Arbeitsberaterin" vor. Sie macht auch gleich eine Bemerkung, ich wäre ja schon ein halbes Jahr arbeitslos.... Ich äußere meinen Unmut darüber, dass niemand es für nötig hält, meine Unterlagen zurück zu senden. Das gäbe es leider nur allzu häufig, meint sie. Und da ich schon länger arbeitslos sei, wäre es wohl finanziell auch schon schwierig für mich..... Sie will mir ein Formular zur Abrechnung von Bewerbungskosten schicken. Ich lasse mir einen akuten Anfall von schlechtem Gewissen nicht anmerken.

15. Oktober. Das Formular für die Bewerbungskostenabrechnung ist im Briefkasten. Bin nicht sicher, ob ich es ausfülle. Ich soll exakt auflisten, über was für finanzielle Mittel ich verfüge. Bei einer Kontoüberprüfung wäre mir nicht wohl.

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