Arbeitsministerin : Von der Leyen bewertet erstmals die Statistik

Die Neue ist überpünktlich. Noch drei Minuten bis elf, Ursula von der Leyen strebt forschen Schritts zum Rednerpult. Schwarzes Kostüm, klackernde Absätze. Ein kurzer Blick in die Runde, schon ist sie bei den Arbeitsmarktzahlen.

Rainer Woratschka
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Arbeitsministerin Ursula von der Leyen. -Foto: Wolff

Berlin - Die Neue ist überpünktlich. Noch drei Minuten bis elf, Ursula von der Leyen strebt forschen Schritts zum Rednerpult. Schwarzes Kostüm, klackernde Absätze. Ein kurzer Blick in die Runde, schon ist sie bei den Arbeitsmarktzahlen. „Robuste Wirtschaft … besser als erwartet … die Talsohle noch nicht durchschritten…“Als wäre dies vertrautes Vokabular, als hätte sie schon immer hier gestanden, im Presseraum des Sozialministeriums, energisch auf und ab wippend und die Zahlen aus Nürnberg kommentierend, als wäre es nicht ihr erster Auftritt als Arbeitsministerin. Und als hätte hier nicht vor vier Wochen erst ein anderer Neuling ein ganz ähnliches Statement abgegeben.

Franz Josef Jung jedoch ist wieder einfacher Abgeordneter, die 51-Jährige, die bekanntermaßen gerne Gesundheitsministerin geworden wäre, hat ihn im Ressort mit dem größten Einzeletat des Bundeshaushalts beerbt. Sie freue sich sehr über die neue Aufgabe, sagt die CDU-Politikerin dann doch noch auf Nachfrage. Dass sie sich ihrer „enormen Verantwortung“ bewusst sei. Und dass ihr bisheriger Job als Familienministerin ja mit der Arbeitsmarktpolitik „eng verknüpft“ gewesen sei. Ob demografische Entwicklung, Probleme von Alleinerziehenden, Kinderarmut – immer habe sich in ihrem Ressort „gespiegelt, was auf dem Arbeitsmarkt los ist“. Damit bloß nicht der Eindruck aufkommt, sie befinde sich auf völlig fremdem Terrain.

Viel Zeit zum Einarbeiten bleibt der Neuen tatsächlich nicht. Bis zum Jahresende muss sie mit den Ländern eine verfassungskonforme Reform der Hartz-IV-Jobcenter ausgehandelt haben. Also, keine unnützen Fragen mehr. An die Arbeit. Ursula von der Leyen ist schon wieder weg. Nicht einmal zehn Minuten hat ihr erster Auftritt gedauert.Rainer Woratschka

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