Arcandor-Pleite : Betriebsrentner müssen mit Ausfällen rechnen

Die Arcandor-Pleite könnte auch für die mehr als 45 000 Betriebsrentner des Unternehmens einige Probleme bedeuten. Womöglich müssen sie einige Monate auf ihre Bezüge verzichten, ehe diese vom Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) der Wirtschaft übernommen werden.

Carsten Brönstrup

Berlin - Die Arcandor-Pleite könnte auch für die mehr als 45 000 Betriebsrentner des Unternehmens unangenehme Folgen haben. Womöglich müssen sie einige Monate lang auf ihre Bezüge verzichten, ehe diese vom Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) der Wirtschaft übernommen werden. „Es ist nicht sicher, ob wir die Zahlung der Betriebsrenten übergangslos übernehmen können“, sagte PSV-Vorstand Martin Hoppenrath am Mittwoch dieser Zeitung. Dies hänge davon ab, wann der PSV Daten über die Betriebsrentner vom Insolvenzverwalter bekomme. Womöglich werde es „eine Zahlungspause von mehreren Monaten“ geben. Die ausgefallenen Renten würden dann aber nachgezahlt.

Der PSV springt ein, wenn Unternehmen pleitegehen, in denen es ein System betrieblicher Altersversorgung gibt. Er übernimmt dann die Betriebsrenten der Betroffenen. Derzeit sind 73 000 Unternehmen Mitglied im PSV – dazu sind sie gesetzlich verpflichtet. In diesem Jahr lag der Schaden für den PSV durch die zahlreichen Insolvenzen bis Ende Mai bereits höher als im gesamten vergangenen Jahr 2008, wie Hoppenrath sagte. Die Mitgliedsfirmen würden daher einen höheren Beitrag zahlen müssen.

 Arcandor bedeutet für den PSV eine Belastung. „Wir stehen vor dem größten Schaden unserer Geschichte“, sagte Hoppenrath. Die Insolvenz werde vermutlich einen Schaden von mehr als einer Milliarde Euro bedeuten. Wie hoch der Betrag tatsächlich sein wird, ist unklar – Arcandor unterhält zwar einen eigenen externen Fonds für die Betriebsrente. Welcher Betrag daraus zur Verfügung steht, ist aber unklar, denn mit Geld aus dem Fonds wurden in der Vergangenheit Löcher bei Arcandor gestopft. Carsten Brönstrup

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