Wirtschaft : Arcandor rettet sich

Anschlussfinanzierung der Karstadt-Mutter gesichert / Verkauf von Thomas-Cook-Anteilen möglich

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Berlin - Der Handels- und Tourismuskonzern Arcandor hat sich mit den Banken auf eine Refinanzierung verständigt, teilte das Unternehmen am Mittwoch in knappen Worten mit. Die Unsicherheit über die dringend benötigte Anschlussfinanzierung kurz vor dem Weihnachtsgeschäft hatte den Kurs der Arcandor-Aktie in der vergangenen Woche abstürzen und Zweifel an der Solvenz des Konzerns aufkommen lassen.

Abends, nach Börsenschluss, legte der Konzern nach und teilte mit, dass mit der erzielten Einigung auch die gesamte Struktur der Holding überprüft werde. „Dies kann auch die Reduzierung der Beteiligung an der Karstadt Warenhaus GmbH und der Thomas Cook Group beinhalten“. Stunden zuvor hatte ein Sprecher einen Verkauf der „Ertragsperle“ Thomas Cook noch klar ausgeschlossen.

Durch die Einigung mit den beteiligten Instituten BayernLB, Dresdner Bank und der Royal Bank of Scotland, scheint die jüngste Krise des früheren Karstadt-Quelle-Konzerns überwunden zu sein. Ob Arcandor als Sicherheit Aktien von Thomas Cook hinterlegen musste, wie im Vorfeld spekuliert worden war, wollte der Konzern nicht kommentieren.

Die Einigung ist wichtig, weil der Kreditversicherer Euler Hermes wegen der Probleme mit der Anschlussfinanzierung Warenlieferungen an die Arcandor-Töchter Karstadt und Quelle in der vergangenen Woche nur noch begrenzt abgesichert hatte. Das hätte schlimmstenfalls auf leere Regale im Weihnachtsgeschäft hinauslaufen können.

Die Börse reagierte damals extrem verschnupft. Die notwendigen Kreditlinien der Versicherer stünden nun wieder zur Verfügung, beruhigte Arcandor. Ein Sprecher von Euler Hermes wollte die Einigung aber nicht kommentieren.

Der erste Kommentar der Börse war dagegen um so deutlicher: Die Arcandor-Aktie setzte sich am Morgen mit einem zeitweiligen Gewinn von 21 Prozent auf 4,05 Euro zunächst an die Spitze des M-Dax, konnte die Gewinne aber nicht halten. Am Abend, bevor der mögliche Verkauf von Thomas-Cook-Anteilen bekannt wurde, schloss das Papier bei 3,57 Euro – das war nur noch ein knappes Plus von 0,22 Prozent. pet/dpa

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