Wirtschaft : Arcandor verkauft seine Immobilien

Konzern beteiligt sich an Luxus-Warenhäusern

Berlin - Der Tourismus- und Einzelhandelskonzern Arcandor (früher: Karstadt-Quelle) hat eine Einigung über den Verkauf seiner restlichen Immobilien erzielt. Der 49-Prozent-Anteil an der Immobiliengesellschaft Highstreet werde an ein Konsortium aus der Deutsche-Bank-Tochter RREEF, der Mailänder Pirelli Estate und der Borletti Group verkauft, teilte der Konzern am Mittwochabend mit. Arcandor erwartet einen Erlös von 800 Millionen Euro und will die Immobilien zurückmieten.

Der von Konzernchef Thomas Middelhoff angekündigte Verkauf war mehrfach verschoben worden. Darum war in der Finanzbranche bereits über ein Scheitern der seit Monaten andauernden Verhandlungen spekuliert worden. 2006 hatte der damals hochverschuldete Handelskonzern seine Warenhausimmobilien für 3,7 Milliarden Euro an die Gesellschaft Highstreet verkauft, an der Arcandor mit 49 Prozent beteiligt ist. Die übrigen Anteile gehören der Investmentbank Goldman Sachs.

Schon während der Verhandlungen hatte Karstadt-Warenhauschef Peter Wolf gesagt, er sehe in einer Partnerschaft mit Pirelli die Chance, „einen grenzüberschreitenden europäischen Warenhauskonzern im Premium-Bereich“ aufzubauen. Das italienische Unternehmen hatte vor zwei Jahren zusammen mit Partnern die Warenhauskette La Rinascente übernommen.

Mit La Rinascente und der französischen Printemps-Gruppe hat Karstadt nun eine Verflechtung vereinbart. Karstadt werde 25 Prozent am Luxus-Segment der Konkurrenten übernehmen, im Gegenzug würden La Rinascente und Printemps mit bis zu 25 Prozent am Premium-Segment von Karstadt beteiligt, wie der Mutterkonzern mitteilte. Karstadt erhofft sich dadurch einen besseren Zugang zu Luxusmarken.

Arcandor-Chef Middelhoff plant, bis zu 13 Luxushäuser nach Art des Berliner KaDeWe oder des Hamburger Alsterhauses aufzubauen. Sie sollen sich mittelfristig mit der Elite der Warenhäuser messen: Harrods in London, Macy's und Saks in den USA und den Galeries Lafayettes in Paris, mit Ableger in Berlin.

Auch beim Verkauf von 51 Prozent seiner Anteile an Neckermann.de ist Arcandor vorangekommen. Käufer sei der US-Finanzinvestor Sun Capital Partners. Arcandor behält 49 Prozent an der Versandtochter, die an die Börse soll. pet

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