Arena : Der große Unbekannte

Mit der Arena Sport Rechte und Marketing GmbH hat ein Unbekannter den Zuschlag für die Pay-TV-Rechte an der Fußball-Bundesliga erhalten.

München - Hinter Arena steckt die Kölner Unity Media, unter deren Dach die drei Kabelnetzbetreiber Iesy, Ish und Telecolumbus firmieren. Damit treten die deutschen Kabelnetzbetreiber - bisher Zwerge im Pay-TV-Geschäft - aus dem Schatten des großen Konkurrenten Premiere und gehen daran, ein eigenes ernst zu nehmendes Pay-TV-Angebot aufzubauen.

Hinter Unity Media stehen vor allem amerikanische und englische Finanzinvestoren. So halten an dem Unternehmen unter anderem die britische BC Partners 39 Prozent und die US-amerikanische Apollo 31 Prozent. Die Kabelnetzbetreiber Iesy, Ish und Telecolumbus versorgen in Deutschland rund sieben Millionen Haushalte. Alle drei haben zwar auch eigene Pay-TV-Programme, die Abonnentenzahlen sind mit etwas mehr als 100.000 jedoch vergleichsweise gering.

Die Verbreitung reicht bislang nicht aus, um die der Deutschen Fußball Liga (DFL) zugesagte flächendeckende Versorgung der Fußballfans sicherzustellen. Daher muss sich Arena/Unity Media nach Verbündeten umsehen. Als natürlicher Partner gilt in Branchenkreisen der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG). Beide Seiten bestätigten am Mittwoch auch Gespräche. «Die Akteure kennen sich. Es gibt Möglichkeiten der Kooperation», sagte ein KDG-Sprecher. «Natürlich sprechen wir mit der KDG», ergänzte ein Unity-Sprecher. Verträge seien aber noch nicht unterschrieben.

Die KDG verfügt derzeit zwar mit rund 320.000 Abonnenten (Stand Ende September) beim Pay-TV über nicht einmal ein Zehntel der Kunden von Premiere, die Verbreitung ist jedoch größer als bei den drei kleineren Anbietern. Derzeit versorgt KDG knapp zehn Millionen Haushalte in 13 Bundesländern. Schnell anschließbar sind nach Angaben des Unternehmens insgesamt 15,3 Millionen Haushalte. Wie genau das künftige Fußball-Angebot der Kabelnetzbetreiber aussehen könnte, wollte der Sprecher von Unity Media am Mittwoch noch nicht sagen. «Wir sagen im Moment noch nichts zu den Zahlen.» Es werde jedoch garantiert werden, dass jeder Fußballfan die Chance hat, sich die Spiele anzusehen.

Der Preis soll sich nach Angaben der DFL unterhalb von 20 Euro pro Monat bewegen. Das Angebot soll sowohl über Kabel als auch über Satellit zu empfangen sein. Voraussetzung für den Empfang ist außerdem wie bei Premiere ein Digital-Receiver mit einer entsprechenden Smartcard. (Von Michael Friedrich, dpa)

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