Wirtschaft : Argentinien: Der Peso auf dem Rückzug

Martina Ohm

Der neue Regierungschef in Buenos Aires verordnet dem argentinischen Patienten mit der Abwertung des Peso die richtige Medizin. Aber die Dosis stimmt nicht. Duhalde hat sich für einen geteilten Wechselkurs entschieden. Einen Fixkurs für Handel und Investoren, um das Vertrauen der Ausländer nicht zu verspielen. Und einen freien Kurs für Privatpersonen. Das ist eine riskante Entscheidung, zumal die Regierung bereits angekündigt hat, in wenigen Monaten den Wechselkurs vollständig frei zu geben. Genau das wird die Spekulanten nicht ruhen lassen. Denn wer für einen Dollar hier 1,40 Peso zahlen muss und dort vielleicht sogar zwei Peso oder mehr, der wird Mittel und Wege finden, einen ordentlichen Gewinn einzustreichen.

Beispiele aus der Vergangenheit - wie Mexiko - lehren außerdem: eine lange überfällige Abwertung lässt sich kaum in geordneten Bahnen realisieren. Auch Länder wie Brasilien und die Türkei haben das erfahren müssen. Aus gutem Grund empfahlen daher die Währungsexperten des Internationalen Währungsfonds den Argentiniern, den direkten Weg einzuschlagen. Doch der Mut dazu reicht bei der neuen Regierungsspitze offenbar nicht aus. Für eine kleine Weile mag Duhaldes Entscheidung für den Außenhandel Vorteile haben, weil größere Kalkulierbarkeit gewährleistet wird. So lange der Präsident aber kein Wirtschaftsprogramm in Abstimmung mit den internationalen Kreditgebern auf die Beine stellt, das neues Vertrauen in den Peso rechtfertigen könnte, so lange bleibt die Politik des gespaltenen Wechselkurses ein Vabanque-Spiel.

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