Wirtschaft : Argentinien: Die Regierung kürzt Beamtengehälter

ang/mak

In Argentinien zeichnet sich eine breite Unterstützung sowohl in der Regierungskoalition als auch der Opposition für das von Präsident Fernando de la Rúa letzte Woche vorgestellte Sparpaket ab. Die Regierung einigte sich am Montag über einschneidende Kürzungen in den Gehältern der Staatsbeamten und Rentner. Ab Juli und bis einschließlich September werden zunächst alle öffentlichen Einkommen von 300 Dollar aufwärts um 13 Prozent gekürzt. Die Gehälter der Politiker werden um das Doppelte gekürzt, also 26 Prozent. Darüber hinaus darf kein öffentlicher Angestellter mehr verdienen als 5000 Dollar. Sobald der Kongress die Anwendung des Sparplans auf die Gehälter der Parlamentarier und der Justizbeamten beschließt, wird die Untergrenze der von den Kürzungen betroffenen Einkommen auf 500 Dollar heraufgesetzt. Insgesamt müssen die Einsparungen 1,5 Milliarden Dollar betragen, um das Defizit des zweiten Halbjahrs abzubauen.

Fortschritte erreichte die Regierung auch in den Verhandlungen mit den Provinzgouverneuren. Zahlreiche Provinzfürsten, auch von der Opposition, erklärten sich zu entscheidenden Kürzungen durch Einschnitte in den öffentlichen Gehältern und durch Eliminierung von Ministerien und Sekretariaten bereit. Die Entscheidung der Oppositionsgouverneure über deren Teilnahme an dem von de la Rúa geforderten "Kompromiss der Nationalen Unabhängigkeit" stand am Montag allerdings noch aus.

Die argentinische Börse startete am Montag trotz der Bemühungen der Regierung um eine Stabilisierung der Lage mit Verlusten in die Handelswoche. Der Aktienindex Merval fiel kurz nach Handelsbeginn um 1,5 Prozent.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben