Wirtschaft : Argentinien enteignet die Sparer

Die argentinische Regierung will die Sparer des Landes zwangsweise mit Bonds von zweifelhaftem Wert abfinden. Das sieht ein von Präsidentensprecher Eduardo Amadeo angekündigter Gesetzentwurf vor. Das Parlament soll den Entwurf billigen, nachdem seit Montag die Banken und Wechselstuben auf unbestimmte Zeit geschlossen wurden. Die Regierung hofft, mit der Maßnahme den Zusammenbruch des gesamten Bankensystems noch verhindern zu können. Auf die erhoffte Hilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF) wartet die Regierung weiter vergebens, während die sozialen Unruhen immer heftiger werden.

Da die regierenden Peronisten unter Präsident Eduardo Duhalde im Parlament mit der größten Oppositionspartei zusammenarbeiten, gilt eine baldige Mehrheit für den Gesetzentwurf als sicher. Hunderttausende Argentinier müssten sich dann mit dem weitgehenden Verlust ihrer Ersparnisse abfinden.

Die Staatstitel, die zu einem Teil in Pesos ausgegeben werden und in Dollar nach zehn Jahren fällig würden, dürften nur einen relativ geringen Handelswert besitzen. Experten gehen von höchstens 20 Prozent ihres Nominalwertes aus, da Argentinien sich zur Zeit für zahlungsunfähig erklärt hat. Mit welcher Verzinsung die Ersatzpapiere ausgestattet werden sollen, ist noch nicht festgelegt.

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