Wirtschaft : Argentinien: Zwiespältige Aussichten für Unternehmen

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Für die Unternehmen ist die Abwertung des Peso insofern von Vorteil, als die Firmen in den Genuss des fixen Wechselkurs - von 1,40 Peso zu einem Dollar - kommen sollen. Damit bleibt die Abwertung für sie kalkulierbar. Tendenziell bringt die Abwertung der nationalen Währung den argentinischen Exporteuren Vorteile. Denn die ausgeführten Waren und Dienstleistungen werden für ausländische Abnehmer billiger. Inwieweit die Exporteure diesen Preisvorteile tatsächlich realisieren werden, hängt davon ab, in welchem Ausmaß die Produzenten von Exportwaren und -dienstleistungen auf Zulieferungen und Rohstoffe angewiesen sind, die importiert werden müssen. Durch die Abwertung werden diese Einfuhren nämlich teurer. In der Folge verteuert sich also auch die Herstellung von Exportwaren- und -dienstleistungen. Für die Unternehmen, die ausschließlich für den heimischen Markt produzieren, sind die Perspektiven im Zweifel noch düsterer. Denn mit der Freigabe des Peso, der wohl noch deutlicher als um 30 Prozent abgewertet wird, sinkt die Kaufkraft drastisch. Die Realeinkommen werden erheblich geschmälert.

Zu den eindeutigen Verlierern gehören aber die öffentlichen Energieversorger im Lande, die vielfach in ausländischem Besitz sind. Denn die werden künftig nur noch in Peso bezahlt. Zum Schutz der Verbraucher will die Regierung hier eine Sonderregelung erlassen. Demnach können die Rechnungen der Strom-, Wasser- und Gasversorger im Verhältnis eins zu eins - von US-Dollar auf Peso - umgestellt bezahlt werden.

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