Wirtschaft : Arianespace will in Kourou Sojus-Raketen starten lassen

PARIS (AFP).Vom europäischen Raumfahrtzentrum Kourou in Französisch-Guyana (Südamerika) sollen künftig auch russische Sojus-Raketen ins All starten.Die Kosten für die Umrüstung der Startanlagen bezifferte der Präsident des Ariane-Raketenbetreibers Ariane-space SA (Evry bei Paris), Jean-Marie Luton, am Mittwoch auf mindestens 100 Mill.Dollar.

Arianespace und die Betreiber der Sojus-Raketen haben das Unternehmen Starsem gegründet, das seine erste Rakete voraussichtlich Ende Januar ins All schicken wird.Damit soll Luton zufolge die Bandbreite des Angebots für Satellitentransporte erhöht werden.Neben den Sojus-Raketen zählen dazu die Ariane 4 und die stärkere Ariane 5, deren erster kommerzieller Start in diesem Frühjahr vorgesehen ist.

Insgesamt habe Arianespace im vergangenen Jahr trotz ungünstiger Rahmenbedingungen seine marktbeherrschende Stellung mit einem Weltmarktanteil von mehr als 50 Prozent konsolidiert, sagte Luton in Paris.Der Umsatz betrage sieben Mrd.Franc (1,07 Mrd.Euro/2,09 Mrd.DM).Das Ergebnis dürfte sich angesichts hoher Investitionskosten und Wechselkursrisiken mit rund 70 Mill.Franc (knapp 21 Mill.DM) leicht unter Vorjahresniveau bewegen.Arianespace hatte 1995 noch einen Gewinn von 190 Mill.Franc (knapp 57 Mill.DM) und 1996 von 134 Mill.Franc (rund 40 Mill.DM) gemacht.1997 war er drastisch auf 77,4 Mill.Franc (knapp 23 Mill.DM) gesunken.Für den neuen Rückgang machte Luton zum einen den gesunkenen Dollarkurs und zum anderen Ausgaben für den neuen Schwerlastträger Ariane 5 verantwortlich.Das Unternehmen habe 1998 mit 13 Aufträgen rund zwei Drittel aller weltweit bekannten Bestellungen für sich verbuchen können.Zusätzlich erhielt Arianespace erstmals einen Auftrag für den Transport einer Flotte Kleinsatelliten des Konsortiums Globalstar.Zur Zeit hat Arianespace 40 Aufträge im Wert von 3,3 Mrd.Euro abzuarbeiten.

Mit dem Abschluß der Ariane-5-Erprobung sieht Luton die technischen Weichen für eine Absicherung der Marktstellung gestellt.Als erste kommerzielle Nutzlast wird die Ariane 5 einen europäischen Eutelsat- sowie einen indonesischen Telcom-Satelliten befördern.Die Weiterentwicklungen der Ariane 5 sollen vom Jahr 2002 an 7,5 Tonnen Nutzlast, vom Jahr 2003 an 9,5 Tonnen und von 2005/2006 an elf Tonnen transportieren können.Zusätzlich zu den elf im Bau befindlichen Raketen dieses Typs ist die Bestellung von 50 weiteren vorgesehen.Zehn davon sollen 1999 bestellt werden.

Das bisherige "Arbeitspferd" Ariane 4 soll parallel dazu weiter eingesetzt werden.Diese Rakete hat nach zehn Starts 1998 mit insgesamt 42 erfolgreichen Einsätzen in Folge einen Weltrekord aufgestellt.Zur Zeit sind 32 Ariane 4 im Bau.

Zur künftigen Zusammensetzung der Arianespace-Aktionäre wollte sich Luton nicht äußern.Erst müßten diese ihre eigene Umstrukturierung in Ordnung bringen, sagte Luton.Zu den wichtigsten deutschen Aktionären gehören die DaimlerChrysler Aerospace AG (Dasa/7,58 Prozent) sowie die MAN Technologie AG (7,49).

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